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Uetersener Nachrichten

22. August 2017 | 01:49 Uhr

Interview : Mit Charme und Organisationstalent

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

In unregelmäßiger Folge stellen die Bürgermeister der Umgebung im Rahmen eines Interviews ihre Ziele und Wünsche für die Zukunft ihrer Gemeinden vor. Die gebürtige Erfurterin Monika Riekhof lebt seit 2006 mit ihrer Familie in Hetlingen und ist seit 2014 Bürgermeisterin der 1315 Einwohner zählenden Marschgemeinde

Mit Diplomatie und Charme hat sie nach turbulenten Zeiten Ruhe in das Dorf gebracht. Wenn es darauf ankommt, beweist das zierliche Energiebündel Durchsetzungsstärke. Die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik war so ein Fall. Dieses Ziel verfolgte sie „mit Herzblut“. „Es war ein reines Rechenexempel“, sagt sie. Dass Organisationstalent eine weitere ihrer Stärken ist, bewies die Mutter zweier Kinder bereits vor ihrer Zeit als Bürgermeisterin. Die gelernte Kauffrau übernahm den Großeinkauf der Schulmaterialien für die Grundschüler des Dorfes und sorgte als Vorstandsmitglied des Vereins Elbkinderland für einen reibungslosen Ablauf der Großveranstaltung zum Jubiläum des Elbkinderchores.

Dieses Engagement und die daraus entstandene gute Vernetzung im Ort waren die Initialzündung, sich politisch zu engagieren. Erst mit der Kommunalwahl 2013 trat Riekhof in die CDU ein. Von sich selbst sagt sie: „Ich bin keine Parteipolitikerin, sondern Dorfpolitikerin.“ Und ergänzt: „Den Bürgern ist es egal, wer den Antrag stellt.“

UeNa: Welche Themen liegen aktuell in Hetlingen an? Monika Riekhof: Die Straßenbeleuchtung wird aktuell auf LED-Technik umgestellt. Das war mein persönliches Ziel für dieses Jahr. Aus der Diskussion um Breitband für eine schnelle Internetverbindung sind wir raus. Wir können uns entspannt zurücklegen. Bei uns laufen die restlichen Ausbauarbeiten für VSDL. Der erste Teil ist fertig, der zweite Teil wird bis zum Jahresende abgeschlossen sein.

Die ersten Punkte der Sanierung von der Mehrzweckhalle sind abgehakt. Die einfach verglasten Fenster wurden ersetzt. Jetzt ist die Heizungsanlage dran. Wir möchten Hetlingen langfristig als Schulstandort sichern. Die Familienklasse tut unseren Kindern und ihrem Sozialverhalten gut.

Als Gemeinde haben wir keine Chance zu wachsen. Es bestehen räumliche Grenzen, die verhindern, dass wir Baugebiete ausweisen. Wir sind darauf angewiesen, dass Eigentümer vorhandene Baulücken nutzen. Die Baustelle des Elbedükers (Tunnel für eine neue Gasleitung zwischen Hetlingen und der Insel Lühesand) kann noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Und wir hoffen auf eine SuedLink-Trasse (Nord-Süd-Winstromleitung) außerhalb des Kreises Pinneberg.

UeNa: Die neue Förderperiode der AktivRegion Pinneberger Marsch & Geest ist angelaufen. Plant Hetlingen einen Antrag zu stellen?

Riekhof: Die Hetlinger Feuerwache war ein großes Projekt, das mit Mitteln aus der ersten Förderperiode der AktivRegion gebaut und 2013 abgeschlossen werden konnte. Selber haben wir aktuell nichts auf dem Zettel. Denkbar wäre, dass wir uns gemeinsam mit dem Amt Haseldorf um die Förderung eines Verkehrslenkungskonzeptes für die Marsch beschäftigen. UeNa: Wie ist die derzeitige Situation von Flüchtlingen in der Gemeinde?

Riekhof: Wir sind Neulinge auf dem Gebiet und sammeln unsere Erfahrungen. Wir bekommen die Flüchtlinge vom Amt Haseldorf zugewiesen. Bei einer achtköpfigen Familie hat es perfekt gepasst. Der Vater hat im Bauhof mitgearbeitet. Die Kinder waren im Sportverein, die Mutter kam mit zum Sportplatz. Inzwischen sind zwei weitere Familien angekündigt. Einzelpersonen haben es schwerer. Hinzu kommt, dass es in der Gemeinde kaum Einzelwohnungen gibt. Die ehrenamtlich tätigen Koordinatorinnen sind dauerhaft auf der Suche nach Räumlichkeiten. Ein Sprachkurs, den die in Hetlingen untergebrachten Flüchtlinge nutzen können, wird in Holm auf ehrenamtlicher Basis angeboten.

UeNa: Wo soll die Gemeinde Haselau in fünf bis zehn Jahren stehen? Riekhof: Wir hoffen, dass viele Familien hierherziehen. Wir möchten Hetlingen als Grundschulstandort erhalten. Da ziehen wir alle an einem Strang. Hetlingen hat für das Jahr 2014 eine „Bildung für nachhaltige Entwicklung“-Auszeichnung der Unesco erhalten und ist damit eine „Gemeinde der Weltdekade; die Hetlinger Kindertagesstätte wurde im September für vorbildliche Bildungsarbeit im Bereich Umweltschutz als „KITA21“ ausgezeichnet. Über eine Kooperation mit dem Abwasserzweckverband können sich unsere Kinder als Wasserforscher und Energiedetektive betätigen. Das alles wird in Hetlingen nicht extra für einen Wettbewerb vorbereitet – das ist vorhanden. Aktuell bewerben wir uns um den Titel „Unser Dorf hat Zukunft“. Hetlingen hat einen Platz unter den sieben Favoriten des Landeswettbewerbs. Am kommen Mittwoch ist die Wettbewerbsjury bei uns zu Gast. Unser Wettbewerbsprojekt ist ein Schulwald, ein „grünes Klassenzimmer“.

UeNa: Wo ist Ihr persönlicher Lieblingsplatz in Hetlingen? Riekhof: An der Elbe, an unserem Elbstrand.

UeNa: Was macht den Charme, die Besonderheit von Hetlingen aus? Riekhof: Was Hetlingen ausmacht, sind der Zusammenhalt der Menschen und die Vereine und Verbände. Sie sind die Basis. Jeder übernimmt einen Part. Alles greift ineinander. Am meisten Spaß macht es, wenn alle Hand in Hand miteinander arbeiten und Dinge auf den Weg bringen. Die Ergebnisse sind andere, wenn die Zusammenarbeit da ist.

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erstellt am 30.Okt.2015 | 20:30 Uhr

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