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Uetersener Nachrichten

24. Oktober 2017 | 06:47 Uhr

Umsonst? : Mit Blaulicht zum Maifeuer

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Zu einer Feier rund um ein Maifeuer in Klevendeich sind rund 40 Feuerwehrmänner, ein Rettungswagen und die Polizei angerückt. Die Einsatzkräfte vermuteten einen bedrohlichen Brand, zumindest das unerlaubte Entsorgen von Abfällen, wie die Uetersener Nachrichten vor Ort erfuhren. Doch Grundeigentümer Günter Hoedtke hatte das Feuer wie in den Vorjahren ordnungsgemäß beim Amt Moorrege angemeldet.

shz.de von
erstellt am 07.Mai.2013 | 21:39 Uhr

Rund 50 Gäste hatten sich abends in sicherer Entfernung des Hofs an einem großen Haufen brennenden Buschwerks getroffen. Das Feuer prasselte, es gab zu essen und zu trinken. Die Besucher unterhielten sich gut.

Rauch und Feuerschein beunruhigten jedoch Gäste des rund einen Kilometer entfernten Restaurants Aal-Kate in Neuendeich. Besorgt wählten sie den Notruf, wie Börje Wolfkämpf, stellvertretender Abteilungsleiter der Kooperativen Rettungsleitstelle in Elmshorn berichtete. Anhand der Schilderungen der Gäste stuften seine Mitarbeiter das Ereignis als Standardfeuer ein und alarmierten um 18.20 Uhr die örtlichen Einsatzkräfte. Unter Blaulicht und Sirene rückten die Feuerwehren Moorrege und Haselau mit insgesamt vier Wagen an die Haselauer Chaussee an – zogen aber bald unverrichteter Dinge wieder ab. War der Einsatz unnötig und vergeblich? „Das ist Auslegungssache“, sagte Wolfkämpf. Auf seine Anfrage hin habe der Moorreger Wehrführer Sven Heitmann bestätigt, dass die Einsatzkräfte aufgrund der Größe des Feuers und der Rauchentwicklung völlig zu Recht ausgerückt seien. „Wir hatten auch schon Maifeuer, die aufgrund der Trockenheit aus dem Ruder gelaufen sind“, so Wolfkämpf.

Auch eine Anmeldung erspare der Feuerwehr nicht die Arbeit. Jenny Thomsen vom Team Ordnung und Technik im Amt Moorrege berichtete, dass die Rettungsleitstelle seit einiger Zeit nicht mehr über angekündigte Feuer informiert werden wolle. „Es hieß: Wenn wir alarmiert werden, fahren wir sowieso raus“, so Thomsen. Dagegen stellte Wolfkämpf fest: „Wir nehmen die Listen zur Kenntnis, aber wenn Zweifel bestehen, müssen wir das Feuer beschicken, weil es zu riskant wäre, sie nicht zu beschicken.“

Übrigens stellt die Amtsverwaltung das Ausrücken der Feuerwehr in diesem Fall nicht in Rechnung – im Unterschied etwa zu Einsätzen bei Brandstiftung, vorsätzlicher grundloser Alarmierung und Fehlalarmen durch Brandmeldeanlagen.

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