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Uetersener Nachrichten

24. August 2017 | 11:31 Uhr

Fußball : „Mir blutet das Herz ...“

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

„Eigentlich wollen die Jungs doch nur Fußball spielen!“ Diesen Satz, den Peter Ehlers, der am Mittwoch als Trainer der 1. Herren des TSV Uetersen entlassen wurde, über seine langjährige Mannschaft sagte, gilt auch für die Spieler der bisherigen 2. und 3. Uetersener Herren. Im TSV sahen die Akteure dazu aber offensichtlich keine Möglichkeit mehr und entschieden sich mehrheitlich dafür, nicht mehr für den TSV anzutreten (siehe Bericht auf Seite 1).

Wer nun glaubt, dass Peter Ehlers deshalb so etwas wie Schadenfreude verspürt, irrt sich gewaltig: „Mir blutet das Herz“, sagte der 49-Jährige, der mit einer einjährigen Unterbrechung in der Saison 2011/2012 seit dem Sommer 2005 beim TSV als Liga-Trainer tätig war. Den Vorwurf des Gesamtvorstands, er habe beim Elternabend der 1. D-Jugend Austrittsformulare für eine Kündigung beim TSV sowie Eintrittsformulare für den neu gegründeten Verein Rasensport Uetersen verteilt, hatte Peter Ehlers bereits am Donnerstag in den UeNa entschieden von sich gewiesen.

Gestützt wurde die Darstellung des Übungsleiters inzwischen von Andreas Huckfeldt, der dem Trainerteam der 1. TSV-D-Jugend angehört und versicherte, Peter Ehlers habe „keine Abwerbung betrieben und keine Formulare verteilt, sondern nur seine Beweggründe für seinen Wechsel zu Rasensport dargelegt“.

„Wenn der Gesamtvorstand trotzdem der Meinung ist, mich entlassen zu müssen, dann hätte er sich zeitig um eine Nachfolge kümmern müssen“, stellte Peter Ehlers fest. Diesen Schuh zog sich Jörg Schwarz, 2. Stellvertretender Vorsitzender des TSV, auch an: „Den Vorwurf, dass wir uns im Vorwege nicht gekümmert haben, müssen wir uns gefallen lassen ‒ aber wir mussten von Montag bis Mittwoch kurzfristig handeln und konnten an diesen beiden Tagen leider nicht mehr herausholen!“

Christian Sommer, der als Trainer der 2. TSV-Herren zuletzt in der Bezirksliga fünfmal in Folge gewann, sagte: „Mir persönlich tut der nun vollzogene Schritt sehr, sehr weh. Meine Mannschaft hat sich schwer damit getan und eine Dreiviertelstunde lang das Für und Wider diskutiert.“ Am Ende hätten sich die Spieler „solidarisch gezeigt mit Wolfgang Brandt und Marcel Reinke, die als langjährige Wegbegleiter unseres Teams aus dem Verein ausgeschlossen wurden“, so Sommer, der betonte: „Ich bin stolz darauf, dass die Spieler zu einem einstimmigen Beschluss gekom- men sind ‒ aber unter dem Strich ist es ein schwarzer Tag für den Fußball in Uetersen!“

Den Wahrheitsgehalt dieser Worte bestreitet auch Uwe Brill, ehemaliger Liga-Spieler und -Trainer sowie inzwischen Team-Manager der sehr erfolgreichen 1. C-Jugend, nicht: „Ich bin der Meinung, bei erwachsenen Menschen hätte so etwas nicht passieren dürfen ‒ ich bin untröstlich!“ Am gestrigen Freitag erhielt Brill einen Anruf aus der TSV-Geschäftsstelle von Maren Schölermann: „Sie wollte wissen, wie sie die Herren-Mannschaften abmelden kann ‒ ich habe ihr aber geraten, die 1. Herren noch nicht abzumelden.“

Während laut Brill die Abmeldung der 2. und 3. Herren „bereits vollzogen wurde“, hofft der 69-Jährige, dass die Landesliga-Mannschaft „wenigstens irgendwie die Saison noch zu Ende spielen kann“. Welche Spieler sich dafür zur Verfügung stellen könnten, war bis zum Freitagabend aber nicht zu erkennen. Sollten auch die 1. TSV-Herren vom Spielbetrieb ausschei- den, müsste der TSV ‒ so er für die nächste Saison überhaupt eine Herren-Mann- schaft zusammenbekommt ‒ in der neuen B-Kreisklasse, in der auch Rasensport antreten wird, einen Neuanfang starten.

„Ein Großteil der Spieler tritt aber zum 30. Juni aus“, so Schwarz, der feststellte: „Jetzt haben wir zwar einen Knall- punkt ‒ aber ich glaube, wenn Mitte Mai die Saison zu Ende ist, wäre so oder so kaum ein Herren-Spieler beim TSV geblieben.“ Zwar würde Schwarz „gerne auch in der kommenden Saison Herren-Fußball anbieten“, doch realistisch betrachtet dürfte der TSV in der nächsten Saison wohl nur die vier Jugend-Teams, die sich laut Brill für einen Verbleib beim TSV Uetersen und gegen einen Wechsel zu Rasensport entschieden haben, zum Spielbetrieb melden können.

„Als Gesamtvorstand sind wir da in einen Interessenskonflikt hinein geraten“, sagte Schwarz. Abschließend betonte der Handball-Fachmann: „Wir müssen alle Abteilungen vertreten und uns auch mal bei der einen oder anderen Sparte, wie jetzt beim Fußball geschehen, unbeliebt machen ‒ denn wir haben noch rund 1900 Mitglieder, die in anderen Abteilungen Sport treiben.“

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erstellt am 11.Mär.2016 | 19:15 Uhr

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