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Uetersener Nachrichten

22. Oktober 2017 | 02:06 Uhr

Neujahrstreffen : Minister redet Klartext

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Reinhard Meyer hat die Menschen im Land aufgefordert, weniger „kleinteilig“, dafür mehr in Entwicklungsräumen zu denken. „Wir müssen zukünftig Projekte definieren, die länderübergreifend sinnvoll sind“, sagte er während des Neujahrsempfanges vor 200 Gästen des SPD-Kreisverbandes.

shz.de von
erstellt am 10.Jan.2014 | 18:05 Uhr

Meyer, der in den Medien schon mal als SPD-Superstar und „politischer Tatortreiniger“ bezeichnet wird, skizzierte in Uetersens Kleiner Stadthalle während seiner halbstündigen Rede die Eckpfeiler einer zukunftsorientierten Wirtschaftspolitik und nannte dabei vor allem die Förderung von Forschung und Entwicklung, innovativen Branchen und des Tourismus. Zwar hält der Wirtschaftsminister an der betrieblichen Förderung fest und stellt sich damit gegen den Koalitionsvertrag der rot-grünen Landesregierung, sprach sich aber klar für eine Begrenzung auf die Branchen aus, „die Schleswig-Holstein voranbringen“. Davon könnte die Metropolregion Hamburg und mit ihr der Kreis Pinneberg profitieren. „Wir müssen die Wirtschaft dort besonders weiter entwickeln, wo sie boomt“, so Reinhard Meyer.

Dazu gehört der Kreis Pinneberg, der im Hinblick auf Wirtschafts- und Finanzkraft den Spitzenplatz im Land einnimmt.

Das Wirtschaftsmagazin „Focus Money“ hat die Finanzkraft von mehr als 400 Kreisen und Kommunen in Deutschland unter die Lupe genommen. Dabei landete der Kreis Pinneberg im bundesweiten Vergleich auf dem 81. Platz. „Das Bruttosozialprodukt ist im vergangenen Jahr um vier Prozent gewachsen, und die Einwohnerzahl steigt“, so der Wirtschaftsminister.

Allerdings verknüpft auch Meyer den weiteren wirtschaftlichen Erfolg des Landes mit dem Gelingen der Energiewende. „Es muss uns gelingen, die Energiekosten für die Verbraucher zu begrenzen.“ Außerdem müsse das Innovationspotenzial der Energiewende genutzt, der Netzausbau konsequent vorangetrieben werden.

Gleichzeitig dürfe die Entwicklung der Windenergie nicht ausgebremst werden, für Meyer eine der Schlüsselbranchen in Schleswig-Holstein. Und auch der Infrastruktur kommt nach Ansicht des Sozialdemokraten eine besondere Rolle zu.

„Wenn wir nicht endlich mehr Geld in diesen Bereich stecken, wird der Wirtschaftsstandort Deutschland ins Lächerliche gezogen.“

Meyer regte an, „neue Instrumente auszuprobieren“, etwa Fonds-Modelle nach Schweizer Vorbild. „Wir dokumentieren jetzt den Zustand der Landesstraßen, setzen Prioritäten und gehen das Thema dann an“, versprach er.

Und schließlich setzte er sich ein für eine engere Zusammenarbeit insbesondere mit Hamburg ein. Wir brauchen eine gemeinsame Landesplanung, die Themen wie Verkehr und Flächenansiedelung einschließt.“

Das sei allerdings ein Prozess des Gebens und Nehmens, sagte der Minister in Richtung Hamburg. Schleswig-Holstein müsse seine Interessen selbstbewusst vertreten.

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