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1,45 Millionen Euro : Millionengebot für die Parkpalette in Uetersen

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Investition: Ein Architekt aus Hamburg will an der Stelle Wohnungen bauen.

shz.de von
erstellt am 15.Feb.2017 | 12:00 Uhr

Uetersen | Der Hamburger Architekt Florian Betzler bietet für das Parkpalettengrundstück in Uetersen 1,45 Millionen Euro. Pro Quadratmeter bedeutet das einen Preis von 250 Euro. Betzler möchte dort rund 150 Wohnungen bauen. Das 5800 Quadratmeter große Grundstück gehört der Stadt. Die ist derzeit bemüht, es zu verkaufen − eigentlich verknüpft mit dem Wunsch, dort einen Lebensmittelmarkt anzusiedeln.

UeNa-Informationen zufolge liegt bereits ein konkretes Angebot eines Itzehoer Investors vor, dort nicht nur einen Vollversorger (Rewe), sondern auch einen Discounter (Penny) anzusiedeln. Dafür wurde das benachbarte Grundstück des früheren Rewe-Markts bereits gekauft. Denn für ein solch großes Vorhaben mit einer Verkaufsfläche von rund 2800 Quadratmetern werden beide Grundstücke benötigt. Und da kommt Betzler ins Spiel. Der Architekt ist Besitzer des Gebäudes, in dem der Penny-Markt in der Fußgängerzone beheimatet ist. Vor fünf Jahren wurde der Markt modernisiert und ausgebaut − auf Kosten des Eigentümers. Betzler ist sich sicher, dass Penny in den Neubau umziehen würde, wenn die Vorstellungen des Itzehoer Investors verwirklicht werden. Dann, so argumentiert er, fehlten der Fuzo die nötigen Frequenzen, die sein Laden derzeit noch garantiere. Auch, weil der Discounter von der Fußgängerzone aus betreten werden müsse.

Eine Bebauung des Zentrums nach seinen Ideen, nämlich sehr grün und ressourcenschonend, bedeuteten zusätzliche Frequenzen, sagt Betzler. Alleine dadurch, dass sich die Menschen, die diese Stadtwohnungen bezögen, wohnortnah versorgen wollten. Und das werde durch Penny und vielleicht einen kleinen, weiteren Versorger gewährleistet.

Zentrumsnahes Wohnen im Grünen

Florian Betzler.

Florian Betzler.

Zentrumsnahes Wohnen will er schaffen und der City ein neues Gesicht geben. Den Menschen möchte er ein modernes Lebens- und Wohnumfeld bieten. Grün und ökologisch wertvoll sollen seine insgesamt acht Baukörper werden − aber auch sieben Stockwerke hoch. Florian Betzler (Foto), Architekt aus Hamburg, verspricht der Stadt Uetersen viel, wenn er beim Parkpalettengrundstück zum Zuge kommt. Das möchte Betzler kaufen. Sein Gebot, 1,45 Millionen Euro, entsprächen dem Bodenrichtwert in der City, hat der Hamburger Architekt, der sein Büro in Nienstedten betreibt, der Stadt schriftlich mitgeteilt.

150 Wohnungen sollen entstehen, straßenbegleitend und in gehobenem Standard. Die Fassaden und die Dachflächen möchte Betzler begrünen. Die Dächer will der Architekt darüber hinaus mit Solarkollektoren ausstatten. Betzler bezeichnet sich auf seiner Homepage als „Klima-Architekt“. Ihm sei es wichtig, förderliche Aspekte für die Umwelt in seine Planungsvorhaben einzubeziehen, beschreibt der promovierte Ingenieur seine grundsätzlichen Gedanken beim Häuserbau. Die Gebäudezeile soll daher auch von „großzügig bemessenen Grünflächen“ umschlossen werden, „die es erlauben, zwei Spielplätze einzurichten“, beispielsweise einen für kleinere Kinder und einen für Jugendliche. Dass im Zentrum ausreichend Parkplätze zur Verfügung gestellt werden müssen, greift der Architekt mit dem Vorschlag auf, nach dem Abriss des alten ein neues, dreigeschossiges Parkhaus bauen zu wollen. Dort solle auch öffentliches Parken zulässig sein, sagte er auf Nachfrage. Eine konkrete Anzahl an Parkplätzen benennt Betzler in seinem Angebot nicht. Allerdings sei er auch diesbezüglich gesprächbereit.

Betzlers Idee sieht zudem eine Busspur vor den Gebäuden vor und die Begleitung der Wohnungen durch Ladenflächen im Erdgeschoss. Auch die Einrichtung eines Kindergartens kann sich Betzler „An der Klosterkoppel“ / Lienausallee vorstellen. Schließlich habe er von den derzeitigen Problemen der Stadt im Bereich des Kindergartenwesens erfahren. Selbst einer Umsiedelung der Bücherei an die Klosterkoppel stehe nach Worten des Architekten nichts entgegen.

Zusammenarbeit mit anderen Investoren

Betzlers Angebot enthält auch den Hinweis, dass der Ansiedelung eines Vollsortimentlers mit Getränkemarkt in unmittelbarer Nachbarschaft nicht widersprochen werde. Ganz im Gegenteil. Er sei bereit, sich mit einem möglichen Investor des Rewe-Grundstücks im Interesse eines Gesamtkonzepts planerisch zusammenzusetzen.

Nur eines will Betzler nicht: einem Vollortimentler genug Raum geben, damit sich gleich nebenan auch noch ein Discounter ansiedeln kann. Und das schon aus rein persönlichem Interesse. Ein Discounter an der Lienaus Allee / „An der Klosterkoppel“ würde Betzlers Penny-Markt aus der Fußgängerzone verdrängen.

Der Bieterwettbewerb um das Parkpalettengrundstück ist inzwischen beendet worden. Bürgermeisterin Andrea Hansen (SPD) freut sich darüber, dass sich neben Betzler weitere Investoren gemeldet und ihr Interesse am Kauf des städtischen Grundstücks bekundet hätten. Im Gespräch sagte sie: „Das bedeutet, dass Uetersen ein interessanter Standort ist“. Die Sichtung aller eingereichten Konzepte hat gestern im Rathaus begonnen. Im März entscheidet die Politik.

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