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Größter Fund in Europa : Mexikos Botschafterin vernichtet 24700 Liter falschen Tequila

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

24700 Liter falscher Tequila werden seit gestern im Hetlinger Klärwerk vernichtet. Es handelt sich um den bisher größten Fund an geschmuggeltem Tequila in Europa, berichtete Udo Storch, Sprecher des Hauptzollamts Hafen Hamburg. Die mexikanische Botschafterin Patricia Espinosa Cantellano aus Berlin sagte: „Wir haben einen historischen Akt vollführt, zur Zerstörung eines fälschlich deklarierten Produktes und zum Schutz der Bevölkerung.“

Tequila gilt in Mexiko als Nationalgetränk. Er ist als Marke geschützt. Hohe Vertreter der mexikanischen Regierung, der Tequila-Aufsichtsbehörde „Consejo Regulador del Tequila“ (CRT) und der mexikanischen Botschaft waren angereist und sahen zu, als Patricia Espinosa Cantellano, Christine Mesek, Vorstand des azv Südholstein, und der azv-Verbandsvorsitzende Roland Krügel gegen 11 Uhr die Vernichtung der Fälschung einleiteten. Sie öffneten ein Ventil, durch das der Schnaps aus einem Tankwagen in eine Vergärungsanlage fließen soll. Um die Mikroorganismen im Klärschlamm nicht zu überfordern, wird der Alkohol innerhalb von 24 Stunden langsam beigemischt.

Ein Containerschiff war am 10. Oktober mit dem falschen Tequila an Bord in den Hamburger Hafen eingelaufen. Anhand der Listen des Hauptzollamts Hafen Hamburg entdeckten mexikanische Behörden, dass der Alkohol unter einem nicht registrierten Herstellerzertifikat eingeführt werden sollte. Sie alarmierten die Zollbehörde. Zwei Proben erhärteten den Verdacht, dass es sich um eine Fälschung handelte. Die Ladung wurde beschlagnahmt.

Der gefundene Schnaps wurde aus derselben Frucht wie Tequila gebrannt, aus der Agave. Aber während echter Tequila nur 40 bis 45 Prozent Alkohol enthält, liegt der Anteil bei dem eingeschmuggelten Destillat bei 68 Prozent, berichtete Sigrid Arteaga Marquard, Sprecherin der mexikanischen Botschaft. Gesundheitliche Risiken seien nicht auszuschließen, zumal die Bedingungen der Herstellung unbekannt seien. Den mexikanischen Erzeuger haben die Behörden bereits ermittelt. Auch der Käufer in Deutschland ist bekannt. Beide müssen mit einer strafrechtlichen Verfolgung rechnen, so Marquard.

Derweil suchen die Behörden nach weiteren Containern mit gefälschtem Tequila. Die Hamburger Ladung stelle nur einen Teil von ingesamt 220000 Liter Agaven-Destillat dar, der abgesehen von Deutschland in 13 weitere EU-Länder eingeführt worden sein soll. „Die Arbeit ist noch nicht beendet“, sagte der CRT-Präsident Miguel Ángel Dominguez Morales. Er lobte die Zusammenarbeit der deutschen und mexikanischen Behörden. „Wir danken Ihnen für Ihre gute Arbeit, um den Tequila zu schützen, der ein Geschenk an die Welt ist“, betonte er. Aus den 24700 Litern Alkohol produziert das Klärwerk rund 20000 Kilowattstunden Strom. Das entspricht dem Verbrauch eines Vier-Personen-Haushalts in vier Jahren. Das Klärwerk betreibt mit dem Tequila-Strom seine Anlagen. Es verbraucht pro Jahr 24 Millionen Kilowattstunden Strom, die es zu 80 Prozent aus Klärschlamm gewinnt.

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erstellt am 10.Dez.2015 | 19:06 Uhr

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