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Treffen im Amt Moorrege : Menschen nicht im Ungewissen lassen

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

„Ich würde mir wünschen, dass die Menschen nicht so lange im Ungewissen gelassen werden über ihre weitere Zukunft und dass die jungen Leute, die hier etwas werden wollen, schneller gefördert werden und arbeiten dürfen.“ Wolfgang Aschert, ehrenamtlich tätiger Koordinator für die Flüchtlingshelfer und engagierter Flüchtlings- und Asylantenbetreuer im Bereich des Amtes Moorrege, weiß, was die Menschen brauchen.

Zusammen mit Amtsdirektor Rainer Jürgensen stellte er sich den Fragen von CDU-Landtagsabgeordneter Barbara Ostmeier. Die Vorsitzende des Innen- und Rechtsausschusses im Kieler Landtag informierte sich über die Flüchtlingssituation vor Ort und suchte nach praxisnahen Lösungen. „Was brauchen die Menschen aus Ihrer Sicht am dringendsten?“, wollte sie wissen.

In der Auffassung, dass es eine „falsch verstandene Willkommenskultur“ sei, jeden Flüchtling aufzunehmen, waren sich die drei Gesprächspartner einig. Menschen, die aus sicheren Herkunftsländern kämen, müssten unbürokratisch ausgewiesen werden können. „Sie müssen andere Wege der Einwanderung nutzen“, sagte Ostmeier, die den Zustrom von Menschen aus den Armuts- und Krisengebieten der Welt als Völkerwanderung versteht.

Die CDU-Politikerin setzt sich dafür ein, dass die Erstaufnahmeeinrichtungen personell besser ausgestattet werden. Von hier aus sollten nur Menschen auf die Städte und Ämter verteilt werden, die die Chance auf ein Bleiberecht hätten. Das erleichtere die Integration von denjenigen, die aus Not und Lebensgefahr um Asyl bitten. „Alles andere führt zu Enttäuschungen bei den Bewerbern und bei den ehrenamtlichen Helfern sorgt es für Frustration“, befürchtete die Abgeordnete.

„Wenn das Engagement der ehrenamtlichen Helfer wegbrechen würde, wäre das eine Katastrophe“, stimmte Jürgensen zu. Im Bereich des Amtes Moorrege ersetzen rund 100 Ehrenamtler die Arbeit von zwei bis drei fest angestellten Arbeitskräften. „Eine Stelle kostet 60- bis 70 000 Euro, das sind rund 200000 Euro, um die die freiwilligen Helfer das Amt entlasten“, rechnete der Amtsdirektor vor.

Nachgebessert werden müsse beim Winterabschiebestopp, den Schleswig-Holstein Ende 2014 eingeführt hat, und beim Bau von Flüchtlingsunterkünften, so Ostmeier. Seit 2014 habe sich nicht viel in diesem Bereich getan. „Wir brauchen 4000 Plätze und haben mit Chance bis Jahresende 2500“, kritisierte sie.

Aschert, der mit seinem Helferteam die aktuell 184 Flüchtlinge und Asylbewerber im Bereich des Amtes Moorrege betreut, berichtete aus der Praxis – von gelungenen und weniger gelungenen Hilfsangeboten. „Das was man hier hört, ist etwas ganz anderes, als das was in Kiel Thema ist. Da ist noch viel Sand im Getriebe“, so Ostmeier.

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erstellt am 03.Aug.2015 | 19:49 Uhr

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