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Uetersener Nachrichten

23. Oktober 2017 | 10:53 Uhr

Abschied : Menschen erreichen

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

In seine Fußstapfen wird niemand treten. Klaus-Ulrich Sembill leitet seit fünfeinhalb Jahren die Arbeiterwohlfahrt (AWO) für die Kreise Pinneberg, Steinburg, Dithmarschen und Segeberg. Er ist Vorgesetzter für etwa 630 Mitarbeiter, verantwortet einen Jahresumsatz von bis zu 35 Millionen Euro und leitet ein Dienstleistungsunternehmen, das Familien, Menschen mit Behinderungen und Pflegebedürftigen hilft. Ende des Monats geht der 65-Jährige in den Ruhestand. Einen Nachfolger wird es nicht geben.

shz.de von
erstellt am 14.Nov.2011 | 21:32 Uhr

Die AWO wird ihre Einrichtungen im Zuge einer Strukturreform ab Januar in Sparten zusammenfassen. Statt regionaler Leiter gibt es landesweite Sparten-Chefs. Sembill hat einen Umbruch in der Sozialarbeit miterlebt. In den 1970er Jahren sei vieles mit Optimismus neu entwickelt worden. „Aber es wurde zunehmend schwieriger, neue Dinge auf den Weg zu bringen“, sagte er. Die Gestaltungsräume seien enger geworden. Der Sparkurs des Kreises Pinneberg habe dazu geführt, dass die Träger bis zur Hälfte ihrer Belegschaft abbauen mussten.

Von Jugend auf wollte Sembill Menschen helfen. Aus gutbürgerlichem Elternhaus stammend lernte er bei einer Schriftsetzerlehre in Berlin Gesellen aus dem Arbeitermilieu kennen. Es frustrierte ihn zu sehen, dass sie trotz guter Fähigkeiten Boulevardblätter lasen. „Da wollte ich Bildungsarbeit machen“, sagte er. Sembill holte die Mittlere Reife nach, studierte in Göttingen Sozialwissenschaften. 1979 stieß er zur AWO und trat eine Stelle beim Beratungs- und Therapiezentrum Elmshorn-Hainholz an. Wichtig wurde ihm der Satz des Freiherrn von Stein: „Kenntnis des Ortes ist das Wesen des Dienstes.“ „Wenn es die Leute nicht erreicht, liegt es häufig daran, dass man nicht genau genug hingeguckt hat“, sagte Sembill.

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