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Vogel vor Hungertod gerettet : Meisenkind „Elvis“ in sicherer Obhut

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Wer Gerda Veithoefer kennt, weiß um ihren Einsatz für den Erhalt der Tier- und Pflanzenwelt. In ihrem Garten hat sie durch das Anpflanzen von heimischen Sträuchern und Blumen, das Anlegen einer Benjeshecke, eines Gartenteiches und einer naturbelassenen Brennesselwiese sowie durch das Anbringen von Nisthilfen und das Einrichten von Futterplätzen für Vögel, Kleintiere und Insekten ein Refugium geschaffen.

shz.de von
erstellt am 07.Jul.2013 | 21:06 Uhr

Mit Freude verfolgt Gerda Veithoefer mit ihrem Mann Hans-Georg, wie sich die Vögel in der grünen Oase tummeln. Und auch die Enkelkinder kommen gerne in den Gartenbereich der Großeltern, um die Vögel zu beobachten und beim Einrichten von Futterplätzen zu helfen. Seit gut einer Woche unterstützen sie ihre Oma auch beim Versorgen einer kleinen Meise, die halb verhungert und unterkühlt aus einem Meisennest gerettet wurde. „Wir haben beobachtet, dass die Meiseneltern nicht mehr zum Füttern gekommen sind“, erzählt die 13 Jahre alte Chiara. Und beim vorsichtigen Nachsehen wurde festgestellt, dass ein Junges bereits nicht mehr lebte und ein zweites Junges in sehr schlechtem Zustand war. Da Gerda Veithoefer einen Vogelbauer zur Hand hat, fand das Meisenjunge nun dort sein Zuhause und hat sich dank des regelmäßigen Fütterns mit kräftigendem Vogelaufzuchtfutter und Mehlwürmern bereits gut entwickelt. „Auch das Gefieder ist geschmeidiger geworden und nicht mehr so struppig“, freut sich Chiara. Weil auf dem Vogelköpfchen der Federflaum wie bei einer Haartolle in die Höhe ragte, nennen Gerda Veithoefer und ihre Enkelkinder die kleine Meise „Elvis“.

Die Versorgung von „Elivis“ ist ziemlich zeitaufwendig. Alle Stunde wird das zu einem Brei aufgeweichte Vogelaufzuchtfutter auf ein abgebrochenes Streichholz gespießt und Richtung Schnäbelchen gehalten. Auch ein hart gekochtes Ei und Zwieback mischt Gerda Veithoefer zur Stärkung des Vogels unter den Brei. „Wenn Elvis piepst und Hunger anzeigt, wird gefüttert. Es ist zu sehen, wie er zugenommen hat“, so Gerda Veithoefer. Etwa vier Wochen wird „Elvis“ noch auf diese Art im Vogelkäfig versorgt. Wenn er dann selber fressen kann, wird er in eine Voliere umgesetzt. Dort kann die kleine Meise dann auch Flugversuche unternehmen, bevor sie in die Freiheit entlassen wird.

Bitte der Tierschützerin Gerda Veithoefer: Vögel auch im Sommer fütternUnabhängig davon, dass Gerda Veithoefer und ihre Enkelkinder ein Meisenjunges durch die Versorgung mit Futter vor dem Tod gerettet haben, weist die Tierschützerin darauf hin, dass Vögel das ganze Jahr über gefüttert werden sollten.

„Früher wurde zu dem Thema eine andere Meining vertreten. Aber heutzutage ist die Landschaft zu aufgeräumt, die Vögel finden nicht mehr, was sie brauchen und gerade in diesem Sommer, nach diesem langen Winter und nassem Frühjahr gibt es kaum Insekten“, erläutert Gerda Veithoefer die Situation für die heimische Vogelwelt.

Verwendet werden sollte zum Zufüttern jedoch nicht abgepacktes Fertigfutter, sondern halbe Nüsse, Sonnenblumenkerne, Waldvogelfutter oder Haferflocken. Auch halbe Äpfel sollten zum Aufpicken ausgelegt werden. Auch in Meisenknödeln finden die Vögel, was sie zur Aufzucht ihrer Jungen und für sich brauchen. „Wichtig ist, dass die Futterstellen regelmäßig gesäubert werden“, betont Gerda Veithoefer. Ihr Rat: Das Futter nicht auf den Boden streuen, weil die Vögel dort ihren Kot hinterlassen, ihn beim Aufpicken des Futters aufnehmen und daran erkranken können.

Gerda Veithoefer verwendet als Futterstellen flache Blumenuntersetzer oder aufzuhängende Futtersilos. Auch die Wasserstellen für Vögel sollten an geschützten Orten im Garten und in flachen Untersetzern eingerichtet sein. „Es wäre wirklich toll, wenn viele Menschen die Vögel auch im Sommer füttern, aber noch besser wäre natürlich eine naturnahe Gartengestaltung“, so Gerda Veithoefer. Und dazu gehören Blütenpflanzen wie Mohn, Malven, der Schmetterlingsstrauch, Schlehdorn, verschiedene Beerensträucher, Wildrosen oder immergrüne Hecken. Was das Heckenschneiden betrifft, bittet Gerda Veithoefer darum, auf Vogelnester zu achten und erst zu schneiden, wenn darin keine Vogeljungen mehr sind.

Wer Fragen zum Vögel-Füttern im Sommer hat, kann sich an Gerda Veithoefer wenden. Sie ist unter Tel. 52593 erreichbar.

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