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Uetersener Nachrichten

18. Dezember 2017 | 16:02 Uhr

Bauernverband : Mehr Transparenz und Offenheit

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Sturm bläst den Landwirten von Bürgerinitiativen ins Gesicht, die gegen Geflügelschlachthöfe, Massentierhaltung, Biogasanlagen und Windräder zu Felde ziehen. Mit Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit kann dem entgegengewirkt werden, rät der Bauernverband Schleswig-Holstein seinen Mitgliedern. Zu ihrer Bezirksversammlung hatten sich die Landwirte aus der Marsch, Elmshorn und Uetersen Klaus Dahmke eingeladen, der in Rendsburg für Öffentlichkeits- und Pressearbeit zuständig ist. „Wir haben nichts zu verbergen“, stellte er während der Versammlung im Haselauer Landhaus fest. Ohne Landwirte geht es nicht! Diese Erkenntnis stellte er an den Anfang seines Vortrages. Angesichts der wachsenden Weltbevölkerung steigt die Nachfrage nach Nahrungsmitteln und Energie.

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erstellt am 20.Feb.2012 | 21:35 Uhr

Die Gesellschaft hat sich verändert, stellte Dahmke aber auch fest. Die Parteiendemokratie verändert sich und klassische politische Gruppierungen verlieren an Bedeutung. Folge des Vertrauens- und Glaubwürdigkeitsverlustes ist es, dass Menschen ihre Interessen in Bürgerinitiativen vereinigen. Die BI-Mitglieder sind häufig konservativ und wohlhabend. Sie wollen bewahren, was sie haben und sehen sich als gesellschaftliche Mehrheit, erklärt der Pressesprecher.

„Landwirte halten Gesetze ein, legen Gutachten vor“, sagte Dahmke, „können aber ihre Höfe nicht weiterentwickeln.“ Deswegen haben die Schleswig-Holsteiner „als erster Bauernverband Deutschlands“, wie er nicht ohne Stolz verkündet, ein Seminar für „Konfliktvermeidung bei Baumaßnahmen“ organisiert. Bereits vor dem Start eines Vorhaben sollten die Landwirte auf die Bürger zugehen und es erläutern, rät Dahmke. „Nicht alle sind gegen uns“, sagt er, „es gibt auch die Unentschlossenen.“ Hinzu kommt eine breitere Öffentlichkeitsarbeit. Landwirte sollten Bürger, Kindergärten und Schulen auf ihre Höfe einladen. „Egal, ob Pflanzenschutz oder Dünger“, so der Öffentlichkeitsarbeiter, „wir verstecken nichts.“ Vorbildlich ist für ihn ein „gläserner Mastbetrieb“, bei dem die Besucher die Aufzucht der Tiere durch eine Scheibe beobachten können.

Als „Bundesliga“ charakterisierte Dahmke, was die Familie Pein in Appen mit ihrem Almthof macht. Lob verteilt er auch an die Holsteiner Apfeltage mit ihrem Tag des offenen Obsthofes sowie die Aktion „Raus aufs Land“ des Pinneberger Kreisbauernverbandes. Die Resonanz aus der Bauernschaft ist allerdings unterschiedlich, erklärt der Pressesprecher den UeNa. „Einige sehen es positiv, andere sind damit nicht so glücklich“, so Dahmke. Unterstützung bekommt er vom Kreisvorsitzenden Lars Kuhlmann: „Wir müssen die Menschen ernst nehmen und mit ihnen ins Gespräch kommen.“

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