Opferschutzpaket : Mehr Schutz für Gewaltopfer

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Führende Vertreter der Opferschutzvereinigung Weißer Ring haben gestern im Gespräch mit dem Kreis Pinneberger CDU-Bundestagsabgeordneten Ole Schröder das „Opferschutzpaket“ der Bundesregierung begrüßt. Vor allem die Anhebung der Verjährungsfrist bei sexuellem Missbrauch von Kindern von derzeit 21 auf zukünftig 30 Jahre bezeichneten der Leiter der Außenstelle, Sönke-Peter Hansen, und sein Stellvertreter Peter Wieruch als lange überfällig und absolut sinnvoll.

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13. Juni 2014, 19:17 Uhr

Mit dem neuen Gesetz wollen die Bundestagsfraktionen Gewaltopfer besser schützen. Im Mittelpunkt steht dabei die sexuelle Nötigung. Das Maßnahmenpaket sieht unter anderem eine Verschärfung der Strafen für die Verbreitung kinderpornografischen Materials vor, eine Folge der Edathy-Affäre, durch deren bekanntwerden die Diskussion über die Grenzen der Zurschaustellung von Kindern in Deutschland zuletzt wieder heftiger geführt wurde.

Insbesondere der ehemalige Kriminalpolizist Peter Wieruch wertete die geplanten Änderungen als erheblichen Fortschritt und begrüßte die Fokussierung auf Opfer von Sexualdelikten. Die Zahl der Menschen, die sich nach erlittener sexueller Nötigung im Kindesalter jetzt an den Weißen Ringe wendeten, sei im vergangenen Jahr sprunghaft angestiegen und mache inzwischen etwa 60 Prozent der Fälle aus, sagte er. Dass diese Zahlen sich auch im laufenden Jahr auf einem hohen Niveau einpendeln werden, daran ließ auch Sönke-Peter Hansen keinen Zweifel.

„Viele Opfer sind erst mit Ende 20 so weit, dass sie ihre Geschichte aufarbeiten können. Erst dann realisieren sie wirklich, was ihnen im Kindesalter angetan wurde“, sagte er. Dass sie jetzt verstärkt den Kontakt zum Weißen Ring suchen ist für Hansen eine Konsequenz der Berichte über den massenaften Missbrauch von Kindern in katholischen Einrichtungen. Auch im Umgang mit Einbruchsopfern forderte der Unionsabgeordnete Ole Schröder ein Umdenken. Viele seien traumatisiert und auf professionelle Hilfe angewiesen, sagte er. Vor diesem Hintergrund sei eine Schwächung der Einsatzbereitschaft der Polizei in Schleswig-Holstein nicht akzeptabel. „Das Land hat mit 7534 erfassten Fällen die zweitgrößte Häufigkeitszahl aller Flächenländer und gleichzeitig mit 10,2 Prozent die schlechteste Aufklärungsquote“, sagte er. Angesichts dieser Zahlen habe er keinerlei Verständnis für den geplanten Stellenabbau bei der Landespolizei.

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