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Uetersener Nachrichten

21. August 2017 | 03:13 Uhr

Klinikum Pinneberg : Mehr Qualität für Babys

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Gestern startete im Regio-Klinikum in Pinneberg das Projekt „Babyfocus“ zusammen mit der Techniker Krankenkasse und niedergelassenen Ärzten.

Das bereits in Kiel und Lübeck realisierte Modell verfolgt dabei insbesondere zwei Teilbereiche: zum einen will man Schwangeren eine über die gesetzlich festgelegten Leistungen hinausgehende Versorgung anbieten, die eine noch umfassendere Betreuung nicht nur während der Geburt, sondern vor allem auch schon Wochen vor dem Termin, aber auch in der Zeit nach der Entbindung gewährleistet. Besondere Zusatznutzen sind ein Test auf Streptokokkeninfektion der Mutter sowie ein Selbsttest, mit dem die Frauen eine Scheideninfektion frühzeitig erkennen können. Daneben umfasst das Angebot eine zusätzliche Ultraschalluntersuchung, die ebenfalls vom gesetzlichen Leistungskatalog nicht umfasst ist.

Das andere Ziel ist die Verringerung der Frühgeburten im Kreis Pinneberg. Dies will man durch besonders frühzeitige Untersuchungen erreichen. „Der Altersdurchschnitt werdender Mütter wird immer höher, was zu einer erhöhten Zahl von Frühgeburten führt. Dem wollen wir durch frühzeitige Untersuchungen und baldigen ständigen Kontakt zur Hebamme entgegenwirken“, erklärt Doris Scharrel, die Vorsitzende des Berufsverbandes der Frauenärzte. Derzeit beträgt die Frühgeburtenrate im Kreis Pinneberg circa elf Prozent. Die Teilnehmer des Projekts erhoffen sich eine Verringerung auf sieben bis acht Prozent. Scharrel weist weiter darauf hin, dass die Quote für Kinder, die per Kaiserschnitt zur Welt gebracht werden, mit 30 Prozent bei weitem zu hoch ist. „Das muss kritisiert werden“, sagte Scharrel und warnte davor, dass sich diese Art der Geburt vor allem bei den Gebärenden als Trend verfestigen könnte. Hier will das Versorgungsprojekt vor allem mit Beratungs- und Aufklärungsgesprächen entgegenwirken. Auch die Stillfreudigkeit müsse erhöht werden, was eine Stillbetreuung notwendig mache.

Überdies soll eine individuelle Begleitung durch eine persönliche Hebamme den schwangeren Frauen mehr Sicherheit geben. Auf Wunsch können sie für die Entbindung eine persönliche Hebamme wählen, was im Rahmen von „Babyfocus“ dann bei der Techniker Krankenkasse eine Kassenleistung ist.

Die Hebamme steht der Schwangeren bis zu fünf Wochen rund um die Uhr zur Seite und begleitet sie auch während der Geburt. Zur Geburtsvorbereitung gibt es überdies Akupunktur durch die Hebamme oder den Frauenarzt und verschiedene zusätzliche Präventionskurse für die werdende Mutter, zum Beispiel „Erste Hilfe am Säugling“ und Babymassage.

Der Vorsitzende Geschäftsführer der Regio-Kliniken, Otto Melchert, betont die Kompetenz der Klinik für Geburtshilfe und resümiert: „Mit diesem Projekt stellen wir eine umfassende Versorgung für Schwangere und junge Mütter zur Verfügung.

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erstellt am 27.Jun.2012 | 19:50 Uhr

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