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Uetersener Nachrichten

21. August 2017 | 03:15 Uhr

Vortrag : Mehr Lernfreude ohne Zensuren

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die Aktiven des Schulvereins Heidgraben um die Erste Vorsitzende Manuela Allers, die Zweite Vorsitzende Andrea Scharrlach und die langjährige Kassenwartin Rosemarie Weber sind dafür bekannt, dass sie einmal im Jahr zu Vortragsabenden einladen, die für Eltern, Pädagogen und Erzieher gleichermaßen interessant und fortbildend sind.

Aktuell nimmt in den Grundschulen landesweit das Thema Zensuren-Vergabe einen großen Raum ein, denn ein Erlass des Bildungsministeriums sieht vor, dass die Grundschulzeit für alle Kinder eine Lernzeit ohne Zensuren werden soll. Grundschulen, in denen die Kinder weiterhin zensiert werden sollen, müssen darüber in der Schulkonferenz abstimmen. Und trotzdem bleibt für Lehrer und Eltern die Frage, welche Bedeutung Zensuren für das Lernen und die Entwicklung eines Grundschulkindes haben.

Zu diesem Thema hatte der Heidgrabener Schulverein Gudrun Schröder, eine erfahrene Grund- und Hauptschullehrerin, die seit vielen Jahren in der Lehreraus- und Fortbildung tätig ist, zu einem Vortrags- und Diskussionsabend eingeladen. Das Interesse daran war so groß, dass die Veranstaltung nicht wie sonst in der Schulpausenhalle, sondern im Heidgrabener Gemeindezentrum stattfand. Gekommen waren Eltern und Lehrer von Grundschulkindern aus der ganzen Region.

Wenn Zensuren in den Grundschuljahren abgeschafft und durch Kompetenzraster ersetzt werden, müsse die Art des Unterrichts geändert und die Kommunikation zwischen Schule und Eltern vertieft werden, so die Referentin. Sie machte deutlich, dass Zensuren Konkurrenz, sozialen Vergleich und Auslese fördern, Druck erzeugen und zur Disziplinierung führen.

Gerade aber in der Grundschulzeit müssten Kinder motiviert und ihre Stärken und Leistungen differenziert und behutsam beurteilt werden. „Zensuren sind Messinstrumente, die nicht auf alle Lerninhalte passen. Sie sagen kaum etwas über die individuelle Lernentwicklung des Kindes aus. Kinder, die besondere Unterstützung brauchen, verlieren durch immer wieder schlechte Noten die Lernmotivation“, so die Einschätzung der erfahrenen Pädagogin.

Beim Wegfall der Zensuren gehe es nicht um das Vertuschen von Schwächen, sondern um den Verzicht des Vergleichs. „Jedes Kind hat ein Recht auf Individualität. Zensuren scheren aber alle über einen Kamm“, machte Gudrun Schröder deutlich. Sie räumte ein, dass Eltern und die Gesellschaft jedoch an den Vergleich „Wo steht das Kind?“ gewöhnt seien. Grundschulen müssten daher innovative Vorreiter sein, Kinder im eigenen Tempo lernen zu lassen.

Gudrun Schröder riet den Lehrkräften, Eltern und Verbände zu mobilisieren in der Forderung an die Politik nach kleinen Klassen. Denn nur dann könnten Kinder individuell gefördert und individuell beurteilt werden.

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erstellt am 23.Okt.2014 | 18:41 Uhr

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