Immer weniger Insulaner : Mehr Leben auf Helgoland

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Deutschland einzige Hochseeinsel erhöht ihre Population. Reichlich Personal wird für die Offshore-Anlagen in der Nordsee gebraucht. Die mächtigen Windkraftanlagen werden von der Küste Niedersachsens und Schleswig-Holsteins her aufgebaut, allein der Service und die Wartung erfolgt von Helgoland aus, soll daher aber zusätzliche und langfristige Arbeitsplätze bringen.

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08. Juli 2012, 21:28 Uhr

Auf diese Erwartung schauen die Helgoländer selbst eher skeptisch. Ein Taxifahrer zeigt auf die beiden Gebäude, die gerade im mittleren Teil des bewohnten Gebietes der Insel gegenüber dem kleinen Krankenhaus entstehen: „Da gibt es doch nur winzige Ein-Zimmer-Buden mit Nass-Zelle. Nichts, um dauerhaft hier mit Familie zu leben.“

Die Helgoländer hätten gern mehr Mitbürgerinnen und Mitbürger, denn die Einwohnerzahl ist kontinuierlich geschrumpft, liegt jetzt bei rund 1300, war mal vor vielen Jahren bei 2000. Und die Helgoländer sind „alt“, durchschnittlich um die 58 Jahre. Die Jungen ergreifen oftmals die Flucht, nicht der Inselkoller treibt sie, sondern Wohnraumnot und die Suche nach einem vernünftigen Job, von dem sie - nicht wie auf der teuren Insel – leben können. Die Touristen, die hier mehr als eine Tagestour verbringen, sind auch meist nicht mehr die Unternehmungslustigsten. „Nach 19 Uhr läuft hier nichts mehr“ schildert der Taxifahrer – natürlich im Elektroauto – die Situation.

Nach 20 Uhr sei es in fast jeder Gaststätte schwierig, noch ein warmes Essen zu bekommen, von fröhlichen, kulturellen oder sonstigen Veranstaltungen ganz zu schweigen. Und ob die Strompreise auf der Insel nach der Windübernahme nun tatsächlich wie versprochen günstiger werden, da lacht er nur drüber.

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