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Studie : Mehr Empfänger von ALG II auch im Kreis Pinneberg

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Eine Studie der Bundesagentur für Arbeit hat Klarheit geschaffen. Jeder vierte Beschäftigte, der seine Arbeit verliert, muss direkt Arbeitslosengeld II (Hartz IV) beantragen.

shz.de von
erstellt am 29.Dez.2011 | 20:30 Uhr

Grund hierfür ist die oft mangelnde Anspruchsberechtigung auf das deutlich höhere Arbeitslosengeld I. Was Sozialpolitiker von Linken und Grünen schon immer behaupteten, ist nun Gewissheit.

Den Beweis lieferte die Bundesagentur für Arbeit, die in einer hauseigenen Analyse nachweist, dass die Zahl der Arbeitslosen, die bei einem Jobverlust in Hartz IV rutschen, seit 2008 deutlich zugenommen hat. Betroffen sind vor allem Geringqualifizierte und Leiharbeiter. Wie die Untersuchung der Bundesagentur zeigt, bekommen diese Menschen entweder nur geringe oder gar keine Mittel aus der Arbeitslosenversicherung, weil entweder die Beschäftigungszeit zu kurz oder das Einkommen zu gering war. Nachweislich gibt es auch einen Zusammenhang zwischen der Qualifikation der Menschen und dem Risiko auf Arbeitslosengeld II. Bundesweit gingen 737000 Menschen unmittelbar in den Anspruch auf Arbeitslosengeld II, insgesamt meldeten sich in den vergangenen zwölf Monaten 2,8 Millionen Menschen arbeitslos. Das entspricht einer Quote von 26 Prozent. Noch 2008 hatte die Quote bei 22 Prozent gelegen. 43 Prozent der Neuzugänge kommen aus einer gering qualifizierten Beschäftigung und rund 29 Prozent aus der Zeitarbeit. Auch im Kreis Pinneberg stellen sich die Zahlen ähnlich dar. Im November 2011 meldeten sich im Kreis insgesamt 880 Menschen arbeitslos. Hiervon hatten 240 ehemals Beschäftigte sofort einen Anspruch auf Arbeitslosengeld II. Das entspricht einer Quote von 27 Prozent. Verglichen mit dem November im Vorjahr gab es zwar einen leichten Rückgang (-1,5 Prozent), an der grundlegenden Problematik hingegen hat sich wenig verändert. Die Probleme auch im Kreis Pinneberg haben sich eher verschärft. Insgesamt gab es im Kreis Pinneberg im November 2011 19139 Menschen in sogenannten Bedarfsgemeinschaften mit Anspruch auf Arbeitslosengeld II.

Die Sozialpolitiker in Bund und Land haben in den vergangenen Jahren zahlreiche Gesetzesänderungen verabschiedet, jedoch hat vor allem die Ausweitung der Zeitarbeit die Situation der Beschäftigen eher verschlechtert. Auch wenn Arbeitsmarktexperten sagen, dass Zeitarbeit besser sei als gar keine Arbeit.

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