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Uetersener Nachrichten

12. Dezember 2017 | 00:28 Uhr

Mehr als See und Aussichtshügel

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Freianlage „Tornesch am See“Identität und lebenswertes Umfeld schaffen / Politik lässt Gestaltungsgutachten sacken

shz.de von
erstellt am 19.Jul.2017 | 13:23 Uhr

Mit großem Interesse verfolgten die Politiker im Bauausschuss und zahlreiche zur Sitzung des Fachausschusses erschienene Bürger die Ausführungen des Landschaftsarchitekten Dr. Ing. Jörn Wagner zu den Gestaltungsmöglichkeiten der Freianlage „Tornesch am See“. Der „Ideen-Strauß“, sei ein Gestaltungsgutachten, keine konkrete Planung für eine bauliche Umsetzung, machte der Landschaftsarchitekt zu Beginn seines Vortrags deutlich. Für einen fundierten städtebaulichen Entwurf würden weitere stadtplanerische Parameter benötigt, und eine vertiefende Bearbeitung könne erst im Rahmen des Investor-Auswahlverfahrens erfolgen. Auch eine Kostenermittlung zur Gestaltung und Unterhaltung des etwa 7500 Quadratmeter großen Sees und der angrenzenden Parkanlage mit Hügel waren nicht Gegenstand des Auftrags.

Und so nahmen die Politiker die Gestaltungsempfehlungen zur Kenntnis und mit zur weiteren Beratung in die Fraktionen. Vier Varianten, die im Laufe der politischen Überlegungen zur Lage von Bebauung, Gastronomie, Park und Zugänglichkeit des Sees seit Juni vergangenen Jahres im Fokus standen, hatte Jörn Wagner in sein Gestaltungsgutachten aufgenommen. Vorwiegend konzentriert hatte er sich auf die Variante IV, die die von den Politikern gewünschte öffentliche Zugänglichkeit des Sees beinhaltet. In dieser Variante würden Wohnhäuser und Gastronomie an der nördlichen Wasserkante des Sees am Schäferweg angesiedelt, ein Fußweg entlang des nördlichen Seeufers angelegt und Wohnbebauung im Westen des Sees sowie ein Park östlich und nördlich des Sees mit zwölf Meter hohem Aussichtshügel entstehen.


Attraktives Wohnen und lebenswertes Umfeld


Als Ziele der Gestaltung waren unter anderem die Punkte attraktives Wohnen, lebenswertes Umfeld, altersspezifische Attraktionen und Schaffung von Identitätsmerkmalen definiert worden. Terrassierung mit Sitzmöglichkeiten und Treppenanlagen zum See an der südlichen Seekante, Bepflanzungen, Wasserfontainen, Stelen aus Cortanstahl an den Eingangsbereichen zum See-Areal, Lichtskulpturen, eine parkartige Grünanlage mit Spielplatz, Outdoor-Fitnessgeräten, Oasen der Ruhe und einem bepflanzten Aussichtshügel mit Rodelbahn gehören zu den Gestaltungselementen der Variante IV.

„Diese Variante ist ja recht hübsch. Aber wie hoch wird der Kostenaufwand sein?“, fragte der SPD-Politiker Klaus Früchtenicht. Er und seine Fraktionskollegin Dr. Susanne Dohrn fragten nach Referenzobjekten. Landschaftsarchitekt Wagner nannte als Beispiele die Promenaden in St. Peter Ording und Sierksdorf. Die bauliche Gestaltung des Sees sei jedoch nicht sein „Beritt“, das müsste in Zusammenarbeit mit einem Wasserbauingenieur erfolgen. Susanne Dohrn regte an, dass sich Verwaltung und Politik eine oder mehrere vergleichbare Anlagen mit See ansehen und sich Informationen über Folgekosten einholen. „Mir wird ganz schwummrig, wenn ich an die Kosten denke. Was kostet die Unterhaltung des Sees, wie hält man so eine Anlage sauber?“, stellte sie als Fragen in den Raum. Bürgermeister Roland Krügel sicherte zu, dass vor weiteren Beratungen Informationsbesichtigungen stattfinden werden.

Heide-Marie Plambeck (CDU) und ihr Fraktionsvorsitzender Christopher Radon, der nicht Mitglied des Bauausschusses ist, aber als Ratsherr Rederecht in einer Ausschusssitzung hat, machten sich Gedanken zur vorgeschlagenen Lage der Gastronomie. „Gastronomie und die Plätze der Begegnung sind in Ihrer Variante dort angesiedelt, wo der Autoverkehr aus dem Ohlenhoff kommt. Wenn man auf einige wenige exklusive Häuser weiter nördlich des Sees verzichtet, könnte nicht dort die Gastronomie angesiedelt werden?“, fragte Radon. Der Landschaftsarchitekt räumte ein, dass man sich Gedanken über den Straßenverkehr machen müsste, betonte jedoch, dass die Gastronomie oberhalb der Terrassierung zum See Sinn mache. „Und sie müssen bedenken, dass sich die Arealgestaltung mit über die Baugrundstücke finanziert.“

Auch der SPD-Politiker Artur Rieck wies auf den Straßenverkehr auf dem Ohlenhoff hin. „Wenn man den Bereich als Shared Space gestaltet, könnte das bedeuten, dass andere Straßen dann mehr frequentiert werden.“ Öffentliche Pkw-Stellplätze und Tiefgaragenplätze für die Wohnbebauung wurden nördlich der Gastronomie vorgeschlagen.

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