Gut altern in Uetersen : Mehr als 100 Uetersener folgten der Einladung des Seniorenbeirats

In der Mensa an der Bleekerstraße kamen mehr als 100 Diskutanten zusammen, die sich an sieben Thementischen versammelten.
In der Mensa an der Bleekerstraße kamen mehr als 100 Diskutanten zusammen, die sich an sieben Thementischen versammelten.

Großes Interesse an Diskussionsveranstaltung an sieben Thementischen in der Mensa an der Bleekerstraße.

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16. November 2018, 12:00 Uhr

Uetersen | Gut altern in Uetersen − so lautete die Überschrift einer Diskussionsveranstaltung an sieben Thementischen, zu der vom Seniorenbeirat der Stadt in die Mensa an der Bleekerstraße eingeladen worden war. Eine immer älter werdende Gesellschaft müsse auch vor Ort zu Konsequenzen führen, so die These des Gremiums.

Die mehr als 100 Diskutanten aus der Bürgerschaft befassten sich mit den Themenkomplexen „Arbeitsgerechtes Wohnen“, „Teilhabe durch Sport, Kultur und Bildung“, „Bürgerschaftliches Engagement“, „Nahversorgung und Einkaufen“, „Betreuung und Pflege“, „Mobilität und Barrierefreiheit“, sowie „Rolle der Kommune bei Steuerung und Planung einer seniorengerechten Infrastruktur“.

Der Abend mündete nach zirka zwei Stunden in ein erstes Fazit, das nun zugespitzt und dann dem neuen Seniorenbeirat, der sich am 3. Dezember im Rathaus konstituiert, zugeleitet werden soll. Vereinbart wurde, die Diskussion unter Berücksichtigung der Ergebnisse in straff organisierten Arbeitsgruppen fortzuführen.

Während der Diskussionsveranstaltung, die als Auftakt für weitere Zusammenkünfte angesehen werden darf, ging es beispielsweise um die gesetzliche Altershilfe, aber auch um Möglichkeiten, die freiwillig installiert werden können, wie den Seniorenlotsen, der in der Seniorenarbeit tägige ehrenamtliche Helfer betreuen soll.

Ein selbstbestimmtes Leben leben

Weitgehend einig waren sich die Diskutanten darüber, dass Seniorenanlaufstellen benötigt werden, damit Senioren selbstbestimmt am öffentlichen Leben teilnehmen können. Viele ältere Menschen leiden unter einem steten Abebben ihrer sozialen Kontakte, die jedoch für das persönliche Wohlbefinden von entscheidender Bedeutung sind.

Diskutiert worden ist auch das Thema Barrierefreiheit. Erörtert wurde, welche Mobilitätsbarrieren es im Verkehr und im Alltag gibt: Zum Beispiel zu wenig Parkplätze, zu wenig Zebrastreifen, keine abgesenkten Bürgersteige und so manche Fahrpläne, die als unübersichtlich eingestuft worden waren.

So spät ins Heim wie möglich − sehr vielen älteren Menschen bedeutet die eigene Wohnung viel. Sie möchten in ihrem gewohnten Umfeld bleiben. Ehrenamtliche Nachbarschaftshilfe, Tauschbörsen aber auch ambulante Pflegedienste bildeten dabei Diskussionsgrundlagen.

Kann altersgerechtes Wohnen besser gestaltet werden? Antworten könnten Mehrgenerationenhäuser, Seniorenwohngemeinschaften oder eine Wohnanpassung im eigenen Haus oder der eigenen Wohnung sein. Es wurde sich aber auch die Frage gestellt, ob neben dem Senioren- und Pflegeheim Haus am Rosarium der Bedarf für ein weiteres Seniorenheim gegeben ist. Immerhin seien die 121 angebotenen Betten dort durchgehend ausgelastet.

Zentrale Rolle: Das Ehrenamt

Sozialer Vereinsamung entgegenwirken vermögen auch die Bereiche Sport, Kultur und Bildung. Festgestellt wurde, dass wohl auch dabei auf das Ehrenamt gesetzt werden müsse. Generelle These: Ohne ein funktionierendes Ehrenamt geht es in keiner Kommune gut voran.

Nicht zuletzt wurde das Thema Nahversorgung und Einkaufen diskutiert. Sind Einkaufsmöglichkeiten fußläufig erreichbar? Sind die Geschäfte seniorengerecht gestaltet? Auch dabei spielte das Thema Barrierefreiheit eine Rolle. Die medizinische Versorgung wurde kritisch beleuchtet, ebenfalls die Frage, ob es genug Dienstleistungseinrichtungen gibt, die Senioren die eine oder andere Arbeit abnehmen können.

Ein Fazit: In Uetersen ist der Sektor Ehrenamt breit aufgestellt. Man kennt sich und tauscht sich regelmäßig aus. Dabei geht es auch um die Bedarfe älterer Menschen. Allerdings ist es immer schwerer, Nachwuchs zu generieren.

Vorbereitet worden war der Diskussionsabend an den sieben Thementischen von den Seniorenbeiratsmitgliedern Traute Zocholl und Kirsten Wolf-Niederhausen. Für diese Arbeit erhielten beide Frauen viel Applaus.

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