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Zukunft : Medienkompetenz muss vorgelebt werden

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

89 Prozent der Zwölf- bis 13-Jährigen in Deutschland besitzen ein Smartphone. Davon verfügen mehr als die Hälfte über eine Internet-Flatrate. Diese aktuellen Zahlen aus der JIM- (Jugend, Information, Multi-Media-) Studie 2014 des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest stellte der freiberufliche Elmshorner Medienproduzent und -pädagoge Joszi Sorokowski während eines Vortrags in der Uetersener Rosenstadtschule vor.

Sein Thema lautete: „Digitale Medien, mobile Kommunikation – neue Herausforderungen für Schule und Elternhaus“. Knapp 45 Besucher waren der Einladung des Schulvereins gefolgt. Der 61-Jährige folgerte aus der Statistik: „Online-Sein wird bald der Grundzustand unserer Existenz sein. Offline zu gehen wird die verdächtige Ausnahme sein.“ Welche Chancen und Gefahren bringt dieser Trend mit sich? Sorokowski betonte seine eigene Aufgeschlossenheit für die digitale Welt. Dazu passte sein technisch ausgereifter Vortrag, während dessen er viele Szenen aus Dokumentarfilmen zeigte. Er betonte: „Die Angst vor neuen Meiden ist so alt wie die menschliche Zivilisation.“ Zum Beispiel riet man im späten 18. Jahrhundert von der Lektüre der damals aufkommenden Romane wegen drohender Gesundheitsschäden ab.

Sorokowski wies aber auch auf heutige Vorurteile hin. Es sei eine wissenschaftlich nicht bewiesene Behauptung, dass Informationsflut Wahrnehmungsstörungen verursachen. Ebenso zweifelte der Lehrbeauftragte der Universität Flensburg im Bereich Medienbildung daran, dass Erfahrungen in der Natur wertvoller als Erfahrungen in der digitalen Welt seien. Die neue Technologie erweitere den Erfahrungsraum der Kinder sogar. Diese zögen zum Beispiel ihr ökologisches Problembewusstsein zu einem großen Teil aus den Medien. Dennoch warnte Sorokowski vor einem naiven Umgang mit der Technik. Mit einem Film zeigte er: Eine Software-Firma kann mit einer vermeintlich spielerischen Handy-App nicht nur die Interessen, sondern auch Fotos, private Informationen und Aufenthaltsorte aus einem Telefon auslesen.

Sorokowski mahnte daher: „Medienerziehung ist eine zentrale wichtige Aufgabe.“ Eltern sollten sich für die Medienvorlieben ihrer Kinder interessieren.

Sie sollten mit ihnen über technische Entwicklungen diskutieren und Gefahren ansprechen. Wenn Eltern Filtersoftware einsetzen, sollten sie ihre Kinder darüber informieren. Der PC sollte lieber im Wohn- als im Kinderzimmer stehen. „Wir brauchen in diesem Bereich wirklich Regeln“, sagte er. Vor allem aber gelte: Was Eltern zu Hause vorleben, prägt die Vorlieben der Kinder.

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erstellt am 06.Mär.2015 | 17:36 Uhr

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