zur Navigation springen

Zwei Seiten : Mauscheleien aufdecken und helfen

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die Neuendeicher kennen Reinhard Pliquet, denn alle nur „Reini“ rufen, als engagierten stellvertretenden Bürgermeister und geradezu väterlichen Chef der Ortsfeuerwehr. Im beruflichen Umfeld sieht das anders aus. Mit Nervosität reagieren Mitarbeiter von Jobcentern schon mal, wenn Pliquet bei ihnen erscheint, denn er ist Projektleiter der Internen Revision.

1979 arbeitete er erstmals in diesem Bereich. Natürlich sei es vorgekommen, dass Mauscheleien aufgedeckt wurden, erklärt Pliquet. Seine haupsächliche Aufgabe sieht er jedoch darin, durch die Prüfungen interne Prozesse zu verbessern und transparenter zu machen.

Denn es gebe zwar Vorschriften und Weisungen, erklärt der Fachmann. Wie die ausgelegt würden, liege jedoch in der Verantwortung der Träger, also der einzelnen Jobcenter. Es kommt also durchaus vor, das bestimmte Bereiche unterschiedlich angegangen worden sind.

Aktenstudium gehört ebenso zu seinem Arbeitsbereich wie Recherche in Computerprogrammen und Gespräche mit den Mitarbeitern. Letzteres ist in seinen Augen besonders wichtig. Überprüft hat Pliquet in jüngster Zeit zum Beispiel die Beratung der HartzIV-Empfänger und die Telefondienstleistungen.

Der Marschmer kommt nie allein. Die Prüfung erfolgt immer zusammen mit Kollegen im Team. Er ist einer von vier Projektleitern, die für die fünf Küstenbundesländer zuständig sind. Unterstützt werden sie von zwölf Fachkräften.

„Jeder Mitarbeiter weiß, dass es regelmäßige Prüfungen gibt“, erläutert Pliquet. Überrascht kann deswegen niemand sein. Die von Kommunen und Arbeitsagentur gemeinsam betriebenen Jobcenter werden mindestens alle fünf Jahre unter die Lupe genommen. Es kommen aber auch jährliche Untersuchungen vor.

Angefangen hat Pliquet im Arbeitsamt Elmshorn mit 14 Jahren als Verwaltungslehrling. Bald entdeckte er seine Neigung für die Revison. 24 Jahren arbeitete Pliquet in Hamburg im Vorprüfungsamt.

Eine besondere Erfahrung waren zwei Jahre Resozialisierungsberater für Strafgefangene. 2005 mit den Hartz IV-Reformen wurde er Fallmanager, doch schon kurze Zeit später kehrte der heute 60-Jährige zur Revision zurück.

Im Dorf weiß man, dass Pliquet bei der Agentur für Arbeit sein Geld verdient. Da kommt es schon vor, dass ein Feuerwehrkamerad oder ein Bürger eine Frage hat oder einen Tipp braucht. Der gebürtige Neuendeicher erklärt: „Ich helfe natürlich, auch wenn es nicht unbedingt mein Arbeitsgebiet ist.“

zur Startseite

von
erstellt am 03.Jan.2013 | 20:47 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert