zur Navigation springen

Gemeinderat : Massiver Bürgerprotest gegen Schafweide-Pläne

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Abgeblitzt sind Moorreger mit ihren Argumenten gegen den geplanten Supermarkt auf der Schafweide. Knapp eine Dreiviertel Stunde diskutierten Bürger mit CDU-Politikern während der Einwohnerfragestunde der jüngsten Gemeindevertretersitzung. Am Ende votierten die acht Christdemokraten – drei fehlten entschuldigt – in namentlicher Abstimmung für die Teilung des Flächennutzungsplanes in ein Areal für den Supermarkt an der B431 sowie in eins für Wohnbebauung am Grothar. So soll das Veto der Uetersener Ratsversammlung umgangen werden (die UeNa berichteten). SPD und Bündnis 90/Die Grünen stimmten dagegen.

shz.de von
erstellt am 21.Mär.2012 | 20:58 Uhr

„Warum braucht Moorrege einen neuen Supermarkt, wenn es im Umkreis von eineinhalb Kilometern genügend Märkte gibt?“, wollte Dieter Suhl wissen. „Es geht nicht anders“, antwortete Bürgermeister Karl-Heinz Weinberg. Der Investor könne nur Supermarkt, Neubaugebiet plus Gewerbegebiet an der Pinneberger Chaussee gemeinsam erschließen, so der Christdemokrat. Peter Gottschalk kritisierte vor diesem Hintergrund die aus seiner Sicht künstlichen Teilung des Flächennutzungsplanes. „Es ist doch ein Gebiet, dass von einen Investor erschlossen wird“, sagte der Sozialdemokrat.

Zusätzliches Öl in das Diskussionsfeuer hatte der CDU-Vorsitzende Jan Schmidt gegossen, der während der Jahresversammlung erklärte, Moorrege brauche die Gewerbesteuer aus der Schafweide. Ein Bürger hielt ihm entgegen, dass die durch den Rewe-Supermarkt bedrohte Moorreger Bäckerei Eggers seit Jahrzehnten Gewerbesteuer zahle, der Lebensmittelgroßkonzern aber wohl nicht. Er habe die Steuern aus dem Gewerbegebiet gemeint, verteidigte sich Schmidt. Dort sollten doch Moorreger Betriebe angesiedelt werden, die ohnehin schon Gewerbesteuer zahlten, konterte ein Bürger.

Kritik musste der CDU-Chef auch einstecken, weil er behauptet hatte, die Mehrheit der Moorreger sei für das Projekt. „Wo sind denn die Unterschriftenlisten pro Schafweide“, wollte ein Bürger von ihm mit Blick auf eine Aktion von Mitarbeitern der Bäckerei Eggers wissen, die 600 Unterschriften gegen den Vollsortimenter gesammelt hatten. Mehrfach warfen Bürger den Christdemokraten vor, sie würden das Traditionsunternehmen „runterbügeln“ oder „in Frage stellen“. Ein Redner appellierte an die Moorreger zu einer „Abstimmung mit den Füßen“, um Eggers zu erhalten. Ein anderer sagte zu den Christdemokraten: „Ihr solltet nach Euren Gewissen abstimmen, nicht nach dem Fraktionszwang.“ Und Helmuth Kruse, Fraktionssprecher von Bündnis 90/Die Grünen regte an: „Am besten wäre es, wenn es einen Bürgerentscheid geben würde.“ Die Meinungen der UeNa-Leser zur Schafweide lesen Sie auf Seite 18 in der „Frage der Woche“.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert