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Dow : Massiver Bürgerprotest gegen Kohlekraftwerk

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

„Begeistert“ ist Niels-Peter Rühl von der Reaktion auf den Aufruf von Bürgerinitiativen beiderseits der Elbe zum Protest gegen das von Dow Deutschland geplante Kohlekraftwerk in Stade. Mehr als 8800 Einwendungen konnten bei der Bürgermeisterin Silvia Nieder (SPD) im Rathaus abgegeben werden. „Damit haben wir ein Zeichen gesetzt“, erklärt der Sprecher der „Initiative gegen massive umweltbelastende Industriekonzentration in Stade“ aus der Haseldorfer Marsch.

shz.de von
erstellt am 26.Mär.2013 | 22:38 Uhr

Da zudem noch einige Einwendungen nicht über die BI’s, sondern direkt in der Stader Verwaltung abgegeben wurden, hofft Rühl, dass 10000 Bürger, Gemeinden und Institutionen so gegen das Projekt des Chemie-Riesen protestiert haben. Im Rahmen des Öffentlichkeitsverfahrens zur Bauleitplanung für das 950-Megawatt-Kohlekraftwerk hatten Bürger Einwende formulieren können (die UeNa berichteten).

„Viele Menschen haben ihre Sorgen über drohende Gesundheitsgefahren und Schadstoffeinträge in die Obstanbaugebiete durch die geplante Kohleverbrennung zum Ausdruck gebracht“, sagt Rühl. Die ohnehin schon stark vorbelastete Region auf der schleswig-holsteinischen Seite der Elbe sei besonders gefährdet, da diese in Hauptwindrichtung des Schornsteins liege und damit die meisten Schadstoffe abbekomme. „Wir appellieren eindringlich an den Stader Rat, der Region keine weitere Belastung mit krebserregenden und hochgiftigen Feinstäuben und Schwermetallen zuzumuten - zum Wohle der Menschen und der Umwelt“, so Rühl.

Die Kreis-Pinneberger sind nicht grundsätzlich gegen das Vorhaben. Sie schlagen als Alternative ein Gaskraftwerk vor. Es würden dann keine problematischen Schadstoffe entstehen und der Kohlendioxid-Ausstoß könnte um 30 bis 40 Prozent reduziert werden. „Die Bürgermeisterin schien nicht recht Lust zu haben, mit uns zu reden,“ so der Eindruck von Rühl. Einer ihrer Mitarbeiter diskutierte jedoch nach ihrem Abgang noch länger mit den BI-Vertretern.

Angesichts der Masse von Einwenden geht der Haseldorfer davon aus, dass es einige Monate dauern wird, bis die Stader Verwaltung die eingereichten Unterlagen gesichtet, die Argumente bewertet und den Einwendern geantwortet hat. „Einfach vom Tisch gewischt werden können die Einwende nicht“, steht für den Sprecher fest.

Sobald es eine Reaktion gebe, werde man sich mit einer Rechtsanwältin sowie den Politikern der Gemeinde zusammensetzen, die die BI unterstützen. Dann wird entschieden, ob man gegen das Kohlekraftwerk klagt.

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