zur Navigation springen
Uetersener Nachrichten

19. August 2017 | 09:42 Uhr

Erfolg : Marschtreff startet mit viel Schwung

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

In diesem Projekt steckt viel Herzblut. Mehr als 100 Menschen haben am Sonnabend in Hetlingen die Eröffnung eines Tante-Emma-Ladens mit Café gefeiert. „Es soll ein Treffpunkt sein, in erster Linie für Bürger von Hetlingen“, sagte Birgit Zimmer, Vorsitzende des Aufsichtsrats der Genossenschaft „Marschtreff Hetlingen“. Dessen 40 Mitglieder betreiben den Laden ehrenamtlich.

Etwa fünf Jahre lang mussten die Hetlinger für jedes Pfund Mehl in das vier Kilometer entfernte Holm fahren. Jetzt können sie Margarine, Knäckebrot, H-Milch, Müsli, Linsen, Erbsen, Senf, Mayonaise, Sonnenblumenöl, Pfeffer, Hefe, Kaffee, Tee, Bionade, Bier, Sekt, Chips, Seife und Zahnpasta wieder vor Ort erwerben – und das zu modernen Einkaufszeiten. Der Marschtreff in der Hauptstraße 37 öffnet donnerstags und freitags von 6 bis 9 Uhr und von 15 bis 21 Uhr sowie sonnabends und sonntags von 11 bis 18 Uhr.

Die Preise sind angemessen. „Wir haben uns vorgenommen, eine Mischung zu machen: unterhalb der Tankstellenpreise, aber oberhalb der Supermarktpreise“, erläuterte Vorstandsmitglied Robert Wieber. Zurzeit kaufen die Genossen ihre Waren noch selbst in Supermärkten ein. Die Verkaufspreise liegen daher meist über dem Niveau der Konkurrenz. Aktionen geben die Hetlinger aber weiter. Daher gibt es einige Produkte sogar günstiger als bei anderen Nahversorgern. Künftig wollen die Marschtreff-Einkäufer auch Großmärkte anfahren, sodass die Preise angemessen bleiben können.

„Das Angebot ist noch nicht das endgültige“, betonte Wieber. Er forderte die Kunden auf, ihre Wünsche anzumelden. Auf frische Produkte verzichten die Genossen allerdings. Zum einen öffnen sie den Laden nur an wöchentlich vier Tagen. Zum anderen bieten manche Landwirte und Obsthöfe im Ort bereits Frisches an. Ohnehin ist in dem acht Quadratmeter großen Verkaufsraum des Marschtreffs nicht viel Platz.

Geschäftspartner aus der Region unterstützen die Ehrenamtlichen. Der Getränkemarkt Stahl und der Ökoservice Holm überlassen ihnen Waren auf Kommissionsbasis. Rusta Mizani, der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende und Eigentümer des Gebäudes, verzichtet für das erste halbe Jahr auf die Miete. Rolf Juch, Wirt des Hetlinger Restaurants Op de Deel, half mit seinem Know-how.

Die Genossen denken bereits an Erweiterungen wie etwa zusätzliche Öffnungszeiten, eine umzäunte Terrasse und ein Kursangebot im Café. Die Hetlinger Künstlerin stellt bereits Bilder aus. Der Liedermacher und Marschtreff-Genosse Rolf Zuckowski, der bei der Eröffnung mit dem Elbkinderchor auftrat, hob derweil den Charme des Kleinen hervor: „Dass der Marschtreff klein ist, kann auch heißen, dass man hier Gemeinsamkeiten sucht und findet und sie zu etwas Großem werden“, sagte er. Zudem könne ein Laden auf dem Land heutzutage nur mit Ehrenamtlichen überleben. „Der Reibach ist ganz sozial hier. Das finde ich ganz sympathisch“, sagte er.

zur Startseite

von
erstellt am 04.Mai.2014 | 21:24 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert