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Uetersener Nachrichten

15. Dezember 2017 | 00:26 Uhr

Sabbatzeit : Marsch-Pastor nimmt eine Auszeit

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die Protestanten aus den beiden Marschdörfern müssen demnächst auf ihren Pastor verzichten. Dr. Helmut Nagel nimmt eine „Sabbatzeit“. Seelsorgerlos wird St. Gabriel deswegen aber nicht sein.

shz.de von
erstellt am 30.Mai.2012 | 20:16 Uhr

„Ich möchte den Kopf frei bekommen und ein paar Dinge durchdenken“, erklärt Nagel seine Beweggründe. Deswegen nimmt er von September bis November eine Auszeit. „Ich sehe das als eine Chance für mich“, steht für ihn fest.

Bei der Gestaltung seines Sabbats orientiert er sich an dem Begründer der Konfession. Der 45-jährige wandelt auf den Spuren von Martin Luther, der im Auftrag seines Ordens von Wittenberg über Augsburg, Innsbruck, Bozen und Florenz nach Rom ging. Dessen Wanderung dauerte fünf Monate. Nagel will nicht die gesamten drei Monate unterwegs sein und zwischendurch auch die Bahn benutzen.

„Ich bin gerne in der Natur unterwegs“, sagt der Gottesmann. Die Wanderung will er weitestgehend alleine machen. Ein Freund werde ihn nur für eine Woche begleiten, so Nagel. Eine körperliche Vorbereitung muss sein, obwohl er einmal in der Woche läuft. Im Sommer will er die sportlichen Betätigungen intensivieren. Seit 2009 gibt Nordelbien seinen Pastoren die Möglichkeit, die Arbeit für ein Vierteljahr ruhen zu lassen. Aus dem Verbreitungsgebiet der UeNa hat der Uetersener Pastor Joachim Gorsolke diese Möglichkeit genutzt.

Das Gehalt wird in dieser Zeit weiter gezahlt. Die Mittel kommen aus einem Fonds, in den auch Nagel „eingezahlt“ hat. Die ersten drei Jahre seiner Pastorenzeit hat er nur Zweidrittel seines Gehalts bekommen. Das restliche Drittel sollte für die Anstellung zusätzlicher Pastoren ausgegeben werden. Doch angesichts sinkender Mitgliederzahlen der evangelisch-lutherischen Kirche wurde dieser Fonds nicht benötigt. Nordelbien gibt auf diese Weise die einbehaltenen Gelder zurück.

Es hat rund ein Jahr gedauert, bis bei Nagel aus der Idee Wirklichkeit wurde. Es musste ein Antrag an Propst Thomas Drope gestellt werden. Das Kirchenamt und der Kirchenvorstand von St. Gabriel waren zu befragen. Der Propst suchte mit Joachim Tegtmeyer einen Vertreter für die Sabbatzeit aus, der vom St. Gabriel-Kirchenvorstand dessen Segen bekommen musste.

Nun hofft Nagel auf Tipps aus der Gemeinde für seine Wanderung. Wer Hinweise zur Strecke hat oder weiß, wo er günstig übernachten könnte, darf ihn ruhig ansprechen.

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