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Uetersener Nachrichten

22. Oktober 2017 | 16:03 Uhr

Uraufführung : Maria und die Schatten des IS

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Christine Kathrina Brückner will der Weihnachtsgeschichte einen neuen Klang geben, zunächst musikalisch. „Es gelingt ihr, mit hergebrachten harmonischen Mitteln eine neue Tonsprache zu etablieren“, sagt der Rellinger Kantor Oliver Schmidt. Die Halstenbekerin nennt ihren Kompositionsstil „romantisch minimalistisch“.

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erstellt am 15.Nov.2015 | 17:33 Uhr

Sie will die Reise von Maria und Josef durch den Nahen Osten aber auch unter dem Eindruck des Terrors in der Region zu Gehör bringen. „Die Weihnachtsgeschichte beginnt mit den Worten: ,Zu der Zeit, als Quirinius Statthalter in Syrien war.’ Ich kriege das nicht mehr getrennt“, sagt Christine K. Brückner.

Im Herbst 2014 hatte sie bereits ein halbes Jahr lang an der Komposition ihres Weihnachtsoratoriums gearbeitet. Da verschleppten IS-Terroristen 5000 Frauen und Mädchen der Jesiden. Für Christine K. Brückner verknüpfte sich die Geschichte der hochschwangeren, auf einem Esel reisenden Maria mit dem Schicksal der jesidischen Frauen. Der Titel des Oratoriums lautet deshalb „La Pavane“, „der Pfau“. So nennen die Jesiden den Erzengel Gabriel, der Maria die Geburt ihres Sohnes ankündigte.

Das Oratorium werde strahlend enden, kündigte die Komponistin an. Doch es beginne mit Schatten, die sich durch die Gegenwart ebenso wie durch die biblisch überlieferte Geschichte ziehen, wenn etwa Josef seine Verlobte Maria verlassen will. Zu Beginn des etwa 35 Minuten langen Werks werden daher die geflüsterten Worte „Ehre, Schande, Mord, verschleppt“ zu hören sein.

Die Rellinger Kantorei wird das Oratorium „La Pavane – eine Weihnachtsgeschichte“ am Sonnabend, 23. Januar, unter Leitung von Oliver Schmidt uraufführen. Als Mezzosopranistin tritt Katja Reusch aus Kiel auf.

Einen Bariton hat der Kantor schon fast unter Vertrag. Die Komponistin wird Klavier, Susanne Hahn Cello, Judith Michalski Flöte spielen.

Gezielt legte der Kantor Oliver Schmidt die Urauffühung in den Januar. Dadurch werde sie besser als in der überladenen Vorweihnachtszeit zur Geltung kommen. Zudem ende die Weihnachtszeit liturgisch erst mit dem Fest „Mariä Lichtmeß“ am 2. Februar, dem 40. Tag nach Weihnachten.

Schmidt wird das Konzert ab 19 Uhr in der Rellinger Kirche mit einem Orgelwerk von Johann Sebastian Bach beginnen. Nach einer inhaltlichen Einführung folgt das Oratorium. Christine K. Brückner legte ihrem Werk die Übersetzung von Martin Luther zugrunde. Die Passagen der Engel werden aber in Altgriechisch gesungen. Die Übersetzung findet das Publikum im Programmheft. Der Eintritt beträgt zehn Euro.

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