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Uetersener Nachrichten

24. Oktober 2017 | 14:12 Uhr

Politik : Mangelhafte Gesprächskultur

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Verabredet worden war zwischen den Kommunalpolitikern beider Städte, erst den Volksentscheid über die Fusion abzuwarten und dann, bei einem Scheitern, den Schulzweckverband (SZV) weiter auszubauen. Ziel dabei war es, die Strukturen hinsichtlich ihrer Effizienz zu verbessern.

shz.de von
erstellt am 21.Nov.2014 | 21:44 Uhr

Das Ergebnis der Volksabstimmung ist bekannt. Uetersen ging daraufhin auf Tornesch zu und fragte an, wann man über einen Ausbau des Verbands sprechen könne, schließlich sei jetzt alles geklärt. Und auch das Gymnasium befinde sich in Uetersener Trägerschaft. Die Tornescher Seite aber antwortete nicht. Die neue politische SPD-Mehrheit mag sich offensichtlich nicht positiv positionieren. Woran liegt das? Immer wieder ist zu hören, dass man gerne aufgezeigt haben möchte, welchen Vorteil Tornesch von einer Ausweitung des Zweckverbands habe. Man vermisse eine Gesprächskultur. „Wir konnten bislang über das Thema nicht entspannt reden“, so ein Tornescher Gemeindevertreter gestern im UeNa-Gespräch. Woran das liege, könne er auch nicht sagen.

Was nun? Uetersen möchte das Gymnasium, die Rosenstadtschule, beide Grundschulen, das Schwimmbad, eventuell auch den städtischen Kindergarten, die Stadtbücherei und weitere Einrichtungen, die originär in einen Bildungszweckverband gehören, in den existierenden Schulzweckverband integrieren. Bislang gehört einzig die KGST, die Tornescher Gemeinschaftsschule, dem Verband an. Für Uetersen stellt die Mitverwaltung dieser Schule inzwischen einen Nachteil dar, denn die Stadt verfügt selbst über eine Gemeinschaftsschule und, über die Kooperation mit dem Ludwig-Meyn-Gymnasium, auch über eine gymnasiale G9-Oberstufe. Was sollte Uetersen also länger im Schulzweckverband halten? Warum sollte Uetersen nicht auf die Idee kommen, den Vertrag zu kündigen? Auch in diese Richtung wird bereits gedacht.

Inzwischen ist es Stadtgespräch, dass Tornesch der Uetersener Seite ein Angebot unterbreitet hat, das in der Rosenstadt ein zumindest skeptisches Echo erzeugt: Die Stadtwerke Uetersen sollen im Tausch für eine Zustimmung zur Erweiterung des Schulzweckverbands herhalten. Das würde bedeuten, dass die Rosenstadt ihre Stadtwerke verliert, die erst vor sechs Jahren gegründet wurden.

Die Uetersener Seite wird diese Idee sorgfältig prüfen müssen, doch sie weiß jetzt auch, woran es anscheinend wirklich hakt: Es gibt keine Gesprächsebene. Diese ist aber notwendig, soll die Kuh vom Eis geführt werden. Und es braucht „Rechenkünstler“, die in der Lage sind, der Tornescher Seite Vorteile aufzuzeigen, sofern es diese geben sollte.

Kommentar

Über die Brücke gehenSchon bei Asterix und Obelix gibt es „den großen Graben“, den niemand überqueren möchte. Man versteht sich nicht. Hierzulande gibt es offensichtlich ebenfalls ein solches trennendes Gewässer. Dieses heißt Ohrtbrookgraben. Auch er scheint unüberwindlich. Dem Vernehmen nach sind es derzeit vor allem die Sozialdemokraten, die nicht miteinander können. Doch gibt es derzeit Wichtiges zu besprechen. Gerade für gewählte Volksvertreter. Insofern sollte nun schnell eine Brücke gebaut werden, um einander auf Augenhöhe zu begegnen. Schaden kann das jedenfalls nicht. Klaus Plath

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