Statistik : Man könnte sagen: Drum prüfe, wer sich ewig bindet

„Nein, wir wollen nicht mehr“. Das sagten 837 Paare im vergangenen Jahr im Kreis Pinneberg und setzten damit einen Schlussstrich unter ihre gemeinsamen Jahre. Bei vielen Paaren waren es zahlreiche gemeinsame Jahre gewesen. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes hatten nämlich landesweit die meisten der geschiedenen Paare bereits fünf bis acht Jahre miteinander verbracht.

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27. Juli 2012, 18:49 Uhr

Seit Anfang der 90er Jahre hat sich nicht nur in Schleswig-Holstein sondern auch bundesweit die Zahl der Scheidungen von Langzeit-Ehen mehr als verdoppelt. Die Gründe dafür sind vielfältig. Da gesellschaftliche Ächtung schon längst kein Hinderungsgrund mehr ist, sich zu trennen, fragen sich viele Paare, wenn die Raten fürs Haus abbezahlt und die Kinder ausgezogen sind, warum sie überhaupt noch zusammenbleiben sollen. Sie wissen oft nicht, was sie miteinander anfangen sollen. Und so macht sich schon bald Langeweile breit.

Konkret sah es in Schleswig-Holstein im vergangenen Jahr so aus, dass 20 von 100 Ehen zwischen dem fünften und achten Ehejahr geschieden worden sind. Die meisten Scheidungen wurden im sechsten Jahr ausgesprochen. Bei mehr als zwölf Prozent der gescheiterten Ehen hatte die Verbindung aber immerhin bereits über die Silberhochzeit hinaus Bestand gehabt.

Im Vergleich zum Jahr 2010 ist die Zahl der Scheidungen im vergangenen Jahr in Schleswig-Holstein fast konstant geblieben. Damals sind 7389 Ehen geschieden worden, 2011 waren es dann 7431, also lediglich 42 mehr. Hier im Kreis Pinneberg waren es 2010 genau 712 und 2011 besagte 837.

Interessant: Die meisten Scheidungsanträge werden übrigens von den Frauen eingereicht. Im Kreis Pinneberg waren das im vergangenen Jahr genau 427. Die Männer folgten mit 301 Anträgen. Von beiden gemeinsam wurden 109 Scheidungsbegehren beantragt. Landesweit reichten 3875 Frauen den Scheidungsantrag ein, das entsprach einem Anteil von 52 Prozent.

Von Männern wurden 2731 Anträge eingereicht, was etwa 36 Prozent entsprach. Beide gemeinsam taten dies in 825 Fällen oder in elf Prozent. Weiter teilen die Statistiker mit, dass der Anteil der geschiedenen Ehepaare ohne Kinder im vergangenen Jahr bei genau 50 Prozent lag. Also hatten 3748 Ehepaare in Schleswig-Holstein, die im vergangenen Jahr geschieden worden sind, keine minderjährigen Kinder. Die anderen hatten Kinder, und zwar insgesamt 6049.

Im Kreis Pinneberg hatten von den 837 Paaren, die sich scheiden ließen, 418 keine Kinder, 214 hatten ein minderjähriges Kind zu versorgen, 170 hatten zwei Kinder und 35 hatten sogar drei oder mehr Kinder.

Insgesamt waren von der Scheidung ihrer Eltern hier 666 Kinder betroffen.

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