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Talkrunde in Uetersen : Luther und die gelebte Ökumene

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Der Reformator rückt am morgigen Freitag ins Zentrum der vereinten Christenheit.

shz.de von
erstellt am 05.Okt.2017 | 16:05 Uhr

Uetersen | Luther liegt in der Luft. Ganz besonders in diesem Jahr. So auch am morgigen Freitag, wenn zum „Talk mit Torsten Küster und Gästen“ in das Martin- Luther-Haus eingeladen wird.

Wir schreiben das Jahr 1517 − der blaue Planet lag in tiefer Dunkelheit. Der Papst war die Autorität der bekannten Welt. Vor seiner Macht fürchteten sich auch Kaiser und Könige. Ein Mönch beendete diesen Spuk, brachte Licht hinein in die Finsternis − so sehen es die Lutheraner. Der Glaube wurde erwachsen − zwischen Gott und Mensch passte nun kein Blatt Papier mehr, und der Papst schon gar nicht.

Spannend und spannungsreich war es damals auf den Plätzen und Straßen. Und Spannungen zwischen den christlichen Kirchen gibt es auch heute noch. Zwar knistert es nicht mehr so stark wie damals, als Martin Luther, Mönch und Theologieprofessor, seine 95 Thesen niederschrieb und an die Schlosskirche zu Wittenberg genagelt haben soll - dennoch ist die Reformation nach wie vor für muntere Streitgespräche geeignet. „Reformation aus ökumenischer Sicht“ lautet die vielversprechende Überschrift, unter der am morgigen Freitag, 6. Oktober, in das Luther-Haus eingeladen wird. Von 19.30 Uhr an freut sich Torsten Küster, Prediger der Gemeinschaft in der evangelischen Kirche, auf seine Talkgäste. Ihre Teilnahme haben zugesagt: Johannes Bornholdt, Pastor der evangelisch-lutherischen Erlöserkirchengemeinde, Kirsten Ruwoldt, Pastorin an der evangelisch-lutherischen Klosterkirchengemeinde, Frank Penno, Pastor der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde (Baptisten) der Christuskirche, und Thomas Kleibrink, Diakon der katholischen Kirchengemeinde Christkönig.

„Gewiss, sobald das Geld im Kasten klingt, können Gewinn und Habgier wachsen, aber die Fürbitte der Kirche steht allein auf dem Willen Gottes“, so lautet eine These des Reformators. Und: Der Ablass ist nach Ansicht Luthers allenfalls gleichrangig „mit anderen guten Werken der Liebe“. Viele fühlen sich hingezogen zu Luthers Thesen − andere wiederum begegnen ihnen mit Distanz. Sie bezweifeln auch, dass es dunkel war, bevor Luthers Licht zu leuchten begann.

Die Ökumene betont das Gemeinsame, lädt alle ein, das Reformationsjahr als Christusfest zu feiern. Die These der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) lautet dazu: „Die Konzentration auf Jesus Christus wird es den Kirchen ermöglichen, die erneuernde Kraft des Evangeliums wirksam werden zu lassen und Konsequenzen für eine glaubwürdige kirchliche Praxis in heutiger Zeit zu ziehen.“ Der Eintritt zum Talk ist frei.

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