Elmshorner Speeldeel : Liebestee und allerlei Folgen

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Dass „neu“ und „modern“ nicht auch immer gleich „gut“ bedeuten muss, hat Georg Tiemeyer in den Mittelpunkt seines niederdeutschen Schwankes „De Wunnerdokter“ gestellt. Die Elmshorner Speeldeel studierte den Dreiakter unter der Regie von Peter Schreiber ein. In Moorrege war die Komödie das erste Mal in der Region Marsch und Geest zu sehen. Es gab im Infozentrum der Regionalschule kräftigen Applaus.

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30. Januar 2012, 21:30 Uhr

Das DRK holt traditionell die Speeldeel nach Moorrege, und so freut sich der Vorsitzende Joachim Barschko über die „zahlreichen Besucher trotz des Winterwetters.“ Er muss das Lustspiel gekannt haben, denn der erste, von Karin Klawa gesprochene Satz „Oh, ist datt ‘n scheunen Sommerobend hüüt“ sorgte gleich für einen Lacher.

Viele weitere folgten. „De Wunnerdokter“ beginnt als Polit-Satire vom Dorf. Es wird eine Runde von Gemeindevertretern mit all ihren Eitelkeiten und kleinen Schwächen vorgeführt. Da gibt es einen Bürgermeister, der im Drang Gutes für sein Dorf zu tun, Gegenstimmen einfach ignoriert. Ein Politiker sucht konsequent die Konfrontation mit dem Gemeindeoberhaupt, ein anderer ist praktisch gegen alles. Und der einzige weibliche Gemeindevertreter wittert überall Unmoral und sittlichen Verfall.

Ohne Bier gibt es keine Gemeindevertretersitzung in „De Wunnerdokter“. Gerstensaft und Köm kaum intus, da treibt es einen gleich Richtung „stilles Örtchen“, was zum Running-Gag der Aufführung wird. Ein anderer will immer bestellen, doch er darf nicht.

Natürlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit soll „De Wunnerdokter“, gespielt von Günter Hachmann, die Ausübung seines Handwerks verboten werden. Sein Gegenspieler, der von Herbert Hübsch dargestellte Bürgermeister, will aus dem beschaulichen Dorf einen mondänen Luftkurort machen, weil „de Moneten leggt op de Stroot.“ Und da stört so ein Quacksalber nur.

Unter den Pülverchen, Salben und Tees, die der Wunderdoktor anmischt, befindet sich jedoch auch ein Stoff, der die Liebeskraft anregt. Den hat sich natürlich jeder schon einmal besorgt, wobei die „Auswirkungen“ nicht unbedingt der Partner zu spüren bekommen hat. Dokumentiert wurde der Verkauf in einem Büchlein, dessen Veröffentlichung natürlich niemand will, worum es noch allerlei amüsante Verwicklungen gibt.

u Weitere AufführungenDer neue Schwank der Elmshorner Speeldeel wird noch mehrfach im Verbreitungsgebiet der Uetersener Nachrichten aufgeführt. „De Wunnerdokter“ ist zu sehen in Heist am Sonntag, 5. Februar, im „Lindenhof“,. Weitere Termine sind in Uetersen am Mittwoch, 8. Februar in der Gaststätte „Zur Erholung“ und in Tornesch-Ahrenlohe am Sonntag, 26. Februar, in Kröger’s Gasthof. Alle drei Vorstellungen beginnen um 20 Uhr. Hinzu kommen zwei Gastspiele im Appener Bürgerhaus, und zwar am Sonnabend, 25. Februar, um 15.30 und um 19.30 Uhr. (tp)

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