zur Navigation springen
Uetersener Nachrichten

22. Oktober 2017 | 19:50 Uhr

Chronik : Liebeserklärung an Dorf und Bürger

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Im Laufe der vergangenen Jahre hat es immer mal wieder Versuche gegeben, die Geschichte des Dorfes aufzuarbeiten und den Bürgern in Buchform zur Verfügung zu stellen. Nun endlich sind die Bemühungen von Erfolg gekrönt, auch dank Historikerin Annette Schlapkohl. Ihre Chronik trägt den Titel „Groß Nordende von der Ersterwähnung bis heute“, ist ein Gemeinschaftswerk der Wissenschaftlerin und zahlreicher Bürger. Am Mittwoch startete der Verkauf.

shz.de von
erstellt am 06.Dez.2012 | 19:56 Uhr

Viele drängten sich im Sitzungssaal der ehemaligen Schule. Vor allem diejenigen waren zur Buchpräsentation gekommen, denen die Dorfgeschichte ein Anliegen ist, die zum Werden der Chronik entscheidend beigetragen haben. Die Mitglieder des Chronikausschusses gehören dazu (Bürgermeisterin Ute Ehmke, Klaus Piening, Frank Quast, Diedrich von Döhren und Wolfgang Wiech), auch der Archivar des Amtes Moorrege, Ex-Verwaltungschef Kurt Uwe Heidecke, und vor allem die Neuendeicher Heimatforscherin Luise Ladewig, die im Laufe der Jahrzehnte unzählige Rechnungsbücher und Volkszahlregister transkribierte, die Geschichte vieler Höfe festhielt und seltene Schriften kopierte.

Ihre Arbeit hat sich gelohnt, das Ergebnis ist die 25 Euro Verkaufspreis allemal wert. Etwas breiter als Din A4, mit einem interessanten Einband in für Groß Nordende typischen Landschaftsfarben gehalten, ist das Buch optisch ansprechend, macht es Lust aufs Lesen. Es ist reich bebildert: Die mehr als 380 Fotos stammen überwiegend aus privaten Alben, dürften gerade für die älteren Menschen wie Schlaglichter der eigenen Geschichte sein. Seltene Aufnahmen sind darunter, beeindruckende und ganz einzigartige Dokumente des Dorflebens im ländlichen Groß Nordende!

So persönlich wie die Fotos sind auch die Kapitel: Annette Schlapkohl nähert sich den Menschen respektvoll, lässt sie zu Wort kommen. Sie erinnert an diejenigen, die das Dorfleben einst prägten und bis heute unvergessen sind. Sie erzählt von Originalen, von Großmüttern, die bis tief in die Nacht Pantoffeln als Weihnachtsgeschenke fertigten, von unehelichen Kindern, die im Armenhaus an der Grenze zu Uetersen aufwuchsen und als Erwachsene dennoch ihren Weg machten.

Sie zeigt Familienfotos, die den Soldaten im 2. Weltkrieg ein Stück Heimat vermittelten und später in den Taschen ihrer Besitzer den Weg zurück und schließlich ins Fotoalbum fanden. Auch erzählt sie von Groß Nordender Kolonialwarenläden und der Gaststätte „Strohsack“, in der sich die Gemeindevertreter zu ihren Sitzungen trafen.

Es ist die ganz und gar menschliche Seite des kleinen Dorfes, der hier ein Denkmal gesetzt wurde. Und genau das macht die Chronik so spannend und lesenswert. Das Buch gibt es bei Bürgermeisterin Ute Ehmke, im Plantenhoff-Café, im Blumenhaus Kleinwort, im Amt Moorrege sowie in den beiden Uetersener Buchhandlungen Lavorenz und Schröder.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert