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Typisierungsaktion : Leukämie: Toni braucht Hilfe!

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

„Ich hoffe, dass ganz viele Leute kommen so wie damals bei Kevin“, schwebt Julia (20) derzeit zwischen Hoffen und Bangen. Ihre Schwester Tonia (15), die alle nur „Toni“ rufen, liegt derzeit im Universitätskrankenhaus Eppendorf (UKE), Diagnose „Leukämie“. Nach der zweiten Chemotherapie wird es eine längere Pause geben. Dann braucht die Haseldorferin eine Stammzellenspende, um den Blutkrebs besiegen zu können.

Eine Welle der Hilfsbereitschaft hatte 2011 ein Aufruf ausgelost. Mit einer Typisierungsaktion war ein Spender für Kevin (damals 20) aus Moorrege gesucht worden. Mehr als 3100 Bürger hatten bei zwei Terminen in Pinneberg und Schenefeld eine Speichelprobe abgegeben.

Damals hatte sich auch Julia typisieren lassen. Als ihre Schwester vor sechs Wochen zusammenbrach und nach eingehenden Untersuchungen das Ergebniss feststand, erinnerte sich die Familie an die Aktion. Schon einen Tag danach setzte man sich mit Freunden und der Hausärztin Dr. Susanne Faas-Ramm zusammen. Und 24 Stunden später wurde die Organisation gestartet. Schnell ging die Kunde in Haseldorf rum und es fanden sich Helfer. „Das ganze Dorf unterstützt uns“ freut sich die Initiatorin. Die drei Geschwister von Toni – neben Julia sind es Tobias (19) und Marike (15) – kommen nicht als Stammzellenspender infrage. Das weiß die Familie, denn bereits als acht Monate altes Baby erkrankte sie an Leukämie. Zweieinhalb Jahre dauerte der Kampf, bis er gewonnen wurde. Mittels einer Eigenspende gelang die Heilung. Als „ein Wunder“ hatte es die Mutter Birgit damals bezeichnet.

Um so härter traf die Familie die neuerliche Hiobsbotschaft, zumal es sich diesmal um eine deutlich aggressivere Krebsform handelt als beim ersten Mal. „Das ist so ungerecht, so unglaublich unfair“, war Julias erste Reaktion, als sie die Nachricht bekam.

Mutter Birgit lebt derzeit zusammen mit Toni im UKE. Vater Torsten – die Ehe ist geschieden und er lebt in Hamburg – ist so oft wie möglich bei seiner Tochter. Julia kümmert sich um den Haseldorfer Haushalt, ihre kleine Schwester und die Typisierung. An ihre damalige Krebserkrankung kann sich Toni nicht erinnern. Sie kennt jedoch die Fotos, die sie ohne Haare zeigen.

Wenn der tapfere Teenager Besuch bekommt – zu viele dürfen es nicht sein, denn es ist zu anstrengend – trägt sie immer ein Kopftuch. „Meine Mutter ist die einzige, die sie ohne sehen darf“, berichtet Julia. Ihr erzähle sie auch ihre Ängste. „Nach außen ist sie optimistisch und fröhlich“, erzählt ihre große Schwester.

Kevin hat es übrigens geschafft. Er wird am 1. August eine Ausbildung in der Moorreger Amtsverwaltung beginnen. u www.facebook.com/events/258237404276475/

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erstellt am 27.Jun.2012 | 19:54 Uhr

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