Partizipation : Leuchtturmprojekt für mehr Teilhabe von Migranten

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In Elmshorn startet am 2. Februar ein neues Partizipationsprojekt, welches landesweit in Schleswig-Holstein angelegt ist und bereits mit großem Erfolg in Kiel, Flensburg und Lübeck durchgeführt wurde.

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20. Januar 2012, 20:39 Uhr

Im Rahmen einer Veranstaltungsreihe sollen Menschen mit Migrationshintergrund näher an die gesellschaftlichen und politischen Themen herangeführt und befähigt werden, durch eigenes Engagement voranzukommen.

Es ist eine Art Leuchtturmprojekt für den Kreis Pinneberg. Migranten sollen ihr Leben in die Hand nehmen und sich organisieren, sich nicht mehr auf die Angebote verlassen, die ihnen Kommunen, Städte oder Länder machen. Projektleiterin Gülser Dönen von der Arbeiterwohlfahrt Schleswig-Holstein hat das Projekt vor gut drei Jahren ins Leben gerufen. An die Anfangszeit erinnert sie sich noch all zu gut: „Es war nicht einfach, Mitstreiter zu gewinnen. Als wir starteten, gab es kaum Interesse für ein solches Projekt.“ Das hat sich grundlegend geändert. Nachdem Dönen und die AWO das Partizipationsprojekt erfolgreich in Kiel, Lübeck und Flensburg durchgeführt hatten, nahm die Nachfrage zu. Im Hamburger Rand startete das Projekt in Norderstedt. Von dem Erfolg hörte man auch in Elmshorn und die Leiterin der Koordinierungsstelle der Stadt, Allegra Tekleab war sich sicher, dass man auch in Elmshorn Bedarf habe. Diese Hoffnung bestätigte sich alsbald. „Es war sehr leicht, sowohl Dozenten für die Vortragsreihe zu gewinnen, als auch interessierte Migrantinnen und Migranten“, erzählt Allegra Tekleab.

Das Projekt beinhaltet eine 50-stündige Schulung zu verschiedenen Themenbereichen der gesellschaftlichen und politischen Teilhabe. Dabei geht es um Kommunalpolitik, das deutsche Bildungssystem, Stadtteilarbeit oder um die Gründung und Arbeit von Vereinen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gehören unterschiedlichen Herkunftsgruppen an, die nach Abschluss der Schulung ihre Kenntnisse weitergeben können. „So wollen wir möglichst viele Menschen mit Migrationshintergrund motivieren, sich einzubringen und sich zu engagieren. Wir haben dabei auch die Chance, den Menschen zu erklären, dass der Besuch eines Kindergartens nicht einfach nur Betreuung bedeutet, sondern die Kinder dort frühzeitig gefördert werden “, sagt Allegra Tekleab.

Viele Kurse werden in den Räumen der Volkshochschule Elmshorn stattfinden. Die Koordinatorin der berufsbezogenen Sprachkurse Ute Köhler, wünscht sich, dass durch das Projekt auch Interesse geweckt wird, an anderen Kursen der VHS teilzunehmen und die kulturelle Vielfalt wachsen zu lassen.

Elmshorns Bürgermeisterin, Dr. Brigitte Fronzek, die selbst als Dozentin über den Themenbereich „Kommunalpolitik“ das Projekt unterstützt, freut sich, dass ihre Stadt das Projekt als Erste im Kreis Pinneberg durchführen wird. „Vielleicht lassen sich andere Kommunen inspirieren, dieses Projekt auch anzubieten.“

Gülser Dönen würde es sich wünschen, auch wenn das mehr Arbeit für sie bedeuten würde. Für Allegra Tekleab steht schon jetzt fest, dass die Stadt eine Fortsetzung des Projektes anstreben will.

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