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Uetersener Nachrichten

18. Oktober 2017 | 11:23 Uhr

Krimi Nordfeuer : Lesung in der Bücherei

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die Bücherei hatte sie bereits zum zweiten Mal geladen und die Heimat-Krimi-Autorin Sandra Dünschede nahm auch brav wieder auf dem bereit gestellten blauen Sofa Platz, setzte die Lesebrille auf und las den eine Handvoll zählenden herbeigeeilten Gästen aus ihrem neuesten Krimi „Nordfeuer“ vor.

shz.de von
erstellt am 04.Apr.2012 | 20:40 Uhr

Sandra Dünschedes Krimis tragen immer einen aus zwei Worten zusammengesetzten Titel, eines der beiden Worte haben immer mit der Gegend zu tun, in der ein Mörder sein Unwesen treibt und es ist immer – bis auf einen Krimi, der in Nordrhein-Westfalen spielt – die gleiche Gegend: Nordfriesland. Auch ihre Hauptcharaktere sind immer die gleichen: Hausmeister Haje Ketelsen, seine Freunde Tom und Marlene und Kommissar Dirk Thamsen, der die drei Hobby-Detektive mit polizeilicher Korrektheit unterstützt. Die Geschichte, um die es geht und die natürlich wieder in Risum-Lindholm spielt, dem nordfriesischen Heimatort von Sandra Dünschede, ist simpel: Innerhalb einer Brandserie, bei der ganz offensichtlich ein Feuerteufel wütet, wird in einer abgefackelten Schule, die eigentlich gar nicht in das Schema des Feuerteufels passt, eine verkohlte Leiche gefunden. Zusammen mit dem Kommissar lösen die drei Freunde das Rätsel, das hinter den Verbrechen steckt und noch eine größere Menge privater Probleme. Sandra Dünschede schildert ihren eher als bieder gezeichneten Heimatort und umliegende Schauplätze pingelig genau, hält aber zu ihren Akteuren in dem Buch kühle Distanz, ja, lässt sie sogar in einer Szene ein kleines Mädchen so kaltherzig und schnoddrig demütigen, dass der Leser oder in diesem Falle Zuhörer erschrocken auffährt.

Leider vergibt die Autorin in der sonst eher als ein „beten dröge“ daher kommenden Erzählung die Chance, die knorrigen Typen Nordfrieslands mit einem kleinen Grienen zu schildern, der Humor scheint in den Salzwiesen untergegangen, die deftigen Kerle und die patenten „Fruunslüd“ im Blubbern der Biogasanlagen nicht mehr zu hören. Wer nordische Krimis mag, findet spannendere und atmosphärisch dichtere. Gut ist nur, dass die Tornescher Bücherei ihren Lesern die Gelegenheit bietet, das rechtzeitig herauszufinden.

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