First Responder : Lebensversicherung der Blauröcke

Sie sind Rettungsassistenten, Rettungssanitäter oder Altenpfleger und können hoch kompliziertes medizinisches Gerät bedienen. Ihr Können setzen sie ein, um Leben zu retten. Ehrenamtlich und in einer neuen „First Responder“-Gruppe unter dem Dach der Moorreger Feuerwehr. 13 Männer und Frauen sind in dieser kreisweit noch ziemlich einzigartigen Einheit (es gibt nur vier), die jetzt offiziell ihre Arbeit aufgenommen hat. Ihre Bewährungsprobe haben die Ersthelfer allerdings längst hinter sich.

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21. Oktober 2012, 17:29 Uhr

Die speziell aus- und weitergebildeten Feuerwehrleute sollen in erster Linie ihre Kameraden während eines Einsatzes absichern, ihnen sofort helfen, wenn sie sich im Dienst verletzen oder einen Herzinfarkt erleiden.

Aber sie rücken im akuten Notfall auch für jeden anderen Bürger in der Region aus, immer dann nämlich, wenn nicht sofort ein Rettungswagen verfügbar ist. Ihr Vorteil sind die kurzen Wege. „Schon seit etwa eineinhalb Jahren werden wir zur Erstversorgung eingesetzt, aber nun hat die Gemeinde den Weg offiziell frei gemacht für diese Gruppe“, sagte Christian Suhl, Ausbilder im Rettungsdienst, am Sonnabend vor Journalisten. Da ein „First Responder“-Team im Schleswig-Holsteinischen Brandschutzgesetz nicht vorgesehen ist, brauchen Feuerwehrleute ein Mandat ihrer Gemeinde und müssen entsprechend versichert werden. Moorreges Gemeindevertreter zogen mit.

„Für uns war das Thema völliges Neuland“, sagte Bürgermeister Karl-Heinz Weinberg. Alle Fraktionen ließen sich aufklären und gaben dann grünes Licht. Ihnen imponierte natürlich die Idee hinter der neuen Einheit, aber auch das außerordentliche Engagement. Weinberg macht keinen Hehl daraus, wie stolz er auf die Kameraden ist, die auch in anderen Gemeinden eingesetzt werden.

Müssen sie ausrücken, werden nur sie informiert. Dafür sind sie in einer besonderen Alarmierungsschleife. Allein im ersten Jahr ihres Bestehens (2011) wurden sie 22 Mal angefordert. Eine Einsatzpflicht gibt es für sie nicht, ihre Dienstleistung ist freiwillig. Heißt im Umkehrschluss: Wenn mal kein Mitglied der „First Responder“-Gruppe vor Ort ist, muss es eben ohne gehen. Die Wahrscheinlichkeit, dass das passiert, ist jedoch gering: Das Team ist auf Wachstumskurs.

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