Aus dem Hauptausschuss : Lastenhefte für IT-Anforderungen in der Tornescher Verwaltung

Digital- und IT-Konzepte wurden in den vergangenen Monaten immer wieder in Tornesch diskutiert.

Digital- und IT-Konzepte wurden in den vergangenen Monaten immer wieder in Tornesch diskutiert.

Politiker fordern Konzept für kompatible Digitalisierung der städtischen Einrichtungen in Tornesch.

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09. August 2018, 12:15 Uhr

Tornesch | Um Digital- und IT-Konzepte für die öffentlichen Einrichtungen der Stadt einheitlich, kompatibel und zukunftsorientiert umsetzen zu können, haben die Politiker des Hauptausschusses die Verwaltung beauftragt, für künftige IT-Anforderungen Lastenhefte durch die Anwender in den öffentlichen Einrichtungen der Stadt erstellen zu lassen. Zudem sollen den Politikern Kostenermittlungen sowie Bestätigungen der IT-Abteilung der Verwaltung und des Datenschutzbeauftragten vorgelegt werden.

Die Beschlussfassung dazu erfolgte einstimmig. Das Thema war von den Christdemokraten auf die Tagesordnung gesetzt worden. Hintergrund waren für die CDU-Politiker in den vergangenen Monaten diskutierte Verwaltungsvorlagen zu Digital- und IT-Konzepten für das Rathaus, die Tornescher Schulen und die Stadtbücherei. „Dabei gab es immer wieder die Hinweise der Verwaltung, dass die genutzten Systeme veraltet oder mit übergeordneten Einrichtungen nicht unbedingt kompatibel sind. Es wurden Systemausfälle und erhöhte Personalressourcen für die Herstellung der ausgefallenen Systeme beklagt“, brachte CDU-Ratsherr Henry Stümer in Erinnerung. Er betonte: „Durch die aktuellen Beschlusslagen sollen punktuell Verbesserungen erreicht werden. Das führt aber unserer Ansicht nach nur zu Insellösungen, die nach aktuellem Stand nicht für eine Erweiterung innerhalb der Systeme geeignet sind. Auch die digitale Anbindung der beiden Feuerwachen ist untereinander derzeit nur mit einer Richtfunkzwischenlösung, die zudem nicht komplett funktionstüchtig ist, ausgestattet.“

CDU-Politiker beklagt fehlende Daten

Auch die Tablet- und Whiteboardausstattung der Grundschulen zur Weiterentwicklung von Lehr- und Lernzielen im Bereich multimedialer Bildung führte Stümer als Kritikpunkt ins Feld. „Jede Schule macht etwas anderes, hat andere Schwerpunkte.“ Auch CDU-Politiker Andreas Quast merkte an, dass keine Übersicht über IT-Projekte, deren Priorisierung und zeitliche Umsetzung vorliege. Bürgermeisterin Sabine Kählert (parteilos) bestätigte, dass in Teilbereichen die Umsetzung von IT-Konzepten nicht ganz „glücklich“ gelaufen sei, die EDV-Abteilung in der Verwaltung vielfältige Anforderungsprofile der Fachschaften im Rathaus und in den Außenstellen zu berücksichtigen habe, in wöchentlichen Berichten den Sachstand dokumentiere und ein IT-Konzept mit Status Quo und strategischen Überlegungen erarbeitet hat.

Strategische Zielsetzung

Gunnar Seiler, Leiter Stabstelle EDV in der Verwaltung, gab den Politikern Einblick in den Status Quo der IT-Ausstattung und der Betreuung in Rathaus, Volkshochschule, Bücherei, JottZett, Bauhof, den Feuerwehr- und Schulstandorten, nannte strategische Zielsetzungen und machte deutlich, dass die Kosten für die skizzierten Maßnahmen zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschließend dargestellt werden könnten. Zudem sei es aufgrund der vielfältigen Ausprägung der IT-Landschaft im Rathaus und seinen Außenstellen sinnvoll, für einzelne fachliche Bereiche externe Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen.

Die CDU hatte in ihrem Antrag auch gefordert, für die ersten Maßnahmen zur Umsetzung eines Digital-Konzepts vorsorglich 150 000 Euro im Haushalt für 2019 einzuplanen und sah dies als vorausschauende Haushaltsplanung. Dieser Punkt wurde jedoch aus dem Beschlussvorschlag herausgenommen, da SPD und Grüne ihn zu diesem Zeitpunkt nicht nachvollziehen konnten.

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