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SPD-Wahlparty : Lange Wahlnacht für die Genossen

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Der Kandidat kommt zu spät zu seiner eigenen Wahlparty. Thomas Hölck erscheint fünf Minuten nach der Schließung der Wahllokale in Ladiges Gasthof. Der SPD-Bewerber für den Wahlkreis 24 lächelt, geht freundlich von Tisch zu Tisch, um allen die Hände zu schütteln. Eine Parteifreundin wundert sich. „Dass Du noch lachen kannst, finde ich gut“, erklärt sie.

Denn die Prognose hat den Genossen die Stimmung verhagelt. Mit „Sch...“ und „Aua“ wird sie kommentiert. Die Genossen liegen hinter den Christdemokraten. Viele haben das andersrum erwartet. Im Fernseher ist NDR3 eingeschaltet. Beim Zappen durch die Kanäle landet man beim ZDF, wo die beiden großen Parteien gleichauf liegen. Man beschließt, lieber den Mainzer Sender zu sehen. Nur kurzfristig kommt Freude auf, als über den Wahlsieg des Sozialisten Francois Hollande in Frankreich berichtet wird.

Als der SPD-Spitzenkandidat Torsten Albig von einem enttäuschenden Ergebnis spricht, kommentiert ein Sozi: „Er sagt die Wahrheit und eiert nicht rum.“ Mit der zweiten Hochrechnung ist klar, dass die Roten nicht mehr an den Schwarzen vorbeiziehen werden, aber es vermutlich eine Ein-Stimmen-Mehrheit für SPD, Grüne und SSW gibt. „Wir haben hinzugewonnen“, so der stellvertretende SPD-Kreisvorsitzende, „und es gibt eine Mehrheit für den Politikwechsel.“ Dafür erntet er kräftigen Applaus.

Heist und Holm gehen deutlich, Heidgraben knapp verloren. In Uetersen liegt er dagegen vor Barbara Ostmeier. Doch es hakte bei der Stimmauszählung in der Rosenstadt. Der Malus aus den christdomokratisch dominierten Dörfern von Marsch und Geest ist durch das Plus in der Rosenstadt nicht aufzuholen. Auch in Moorrege und Neuendeich liegt Hölck genauso hinten wie in den drei Kommunen des Amtes Haseldorf.

Hölck setzt seine Hoffnung auf das sozialdemokratisch dominierte Wedel. Zwar verliert Barbara Ostmeier angesichts der niedrigen Wahlbeteiligung gegenüber 2009 1600 Stimmen, doch auch der SPD-Herausforderer erhält 600 Kreuzchen weniger. Auffallend das starke Erststimmenergebnis des Piraten-Kandidaten Patrick König in der Rolandstadt. Als kurz vor 22.45 Uhr auch die letzten Ergebnisse aus Uetersen vorliegen, ist klar, dass es der Herausforderer nicht geschafft hat. 700 Stimmen fehlen.

Bei Redaktionsschluss stand noch nicht fest, ob Hölck den Einzug ins Kieler Parlament über die SPD-Landesliste ereichte.

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erstellt am 07.Mai.2012 | 00:01 Uhr

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