Zukunft : Landwirtschaft unter Druck

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Große Sorgen umtreiben die Landwirte derzeit, und um die in Richtung Politik zu transportieren, hatte sich der Kreisbauernverband den umwelt- und agrarpolitischen Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Heiner Rickers, sowie die Kreis-Pinneberger Abgeordneten Barbara Ostmeier und Peter Lehnert eingeladen. Fast zweieinhalb Stunden nahmen sich die Konservativen Zeit für eine kurze Betriebsbesichtigung des Obstgutes Deekenhörn und ein ausführliches Gespräch.

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23. Juni 2014, 21:09 Uhr

So wird die im Ministerium von Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen) geplante Reform des Naturschutzgesetzes negative Folgen haben. Etwa soll die Natur auf 15 Prozent der Landesfläche Vorrang haben, derzeit sind es 13. „Uns werden die besten Böden genommen“, sagt Georg Kleinwort, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes. Ärgerlich aus seiner Sicht auch, dass ein Vorkaufsrecht für das Land und anerkannte Naturschutzverbände festgeschrieben wird. Das erschwere Bauern den Zukauf von Land, sagt der Haselauer.

Mit dem neuen Gesetz soll ein 2010 von Schwarz-Grün verabschiedetes Regelwerk gekippt werden. „Das war vernünftig“, erklärt Rickers. Der Agrar-Ingenieur weist darauf hin, dass schon jetzt landesweit jeden Tag drei Hektar aus der Nutzung fallen. Ärgerlich ist für die Bauern eine Landesverordnung, die weitgehend das Aufstellen von Werbeschildern verbietet. „Einerseits wird mit EU-Mitteln die Hofvermarktung gefördert“, so Kleinwort, „andererseits dürfen wir nicht auf die Höfe aufmerksam machen.“ Es habe zwar ein Gesprächsangebot des Wirtschaftsministers Reinhard Meyer (SPD) gegeben, ergänzt Peer Jensen-Nissen, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes, doch „ein Termin ist sehr schwer zu finden.“ Mit einer Kleinen Anfrage im Kieler Landtag wollen die Christdemokraten für Aufklärung sorgen.

Immer größere Schäden würden durch die wachsende Gänsepopulation angerichtet, erklärt Kleinwort. Die Tiere ließen sich nicht mehr ausreichend vergrämen. „Wir müssen eingreifen“, sagt der Obstbauer. Vermitteln könnte das Haseldorfer Elbmarschenhaus, regte er an. Doch die Leitung der Integrierten Station Unterelbe ist seit dem Weggang von Bernd-Ulrich Netz im November des vergangenen Jahres vakant. Auch in diesem Fall soll eine Kleine Anfrage helfen. Barbara Ostmeier appellierte an die Bauern, offensiver gegen die von Kiel geplanten Veränderungen vorzugehen. „Wir müssen gemeinsam lauter werden“, sagte die Hetlingerin, denn „die Lobby der Landwirtschaft wird kleiner.“ u www.wertvollesland.de

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