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Zusammenarbeit : Landwirte und Jäger machen zukünftig gemeinsame Sache

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Einen großen Nachteil hat Mais ja schon: Die Nutzpflanzen werden sehr hoch. Jeder kennt das: Fährt man an einem voll ausgebildeten Maisfeld entlang, gibt es außer den bis zu drei Meter hohen Pflanzen nichts anderes mehr zu sehen. Er versperrt die Sicht komplett. Beim Radfahren und Spazierengehen wirkt sich das natürlich nicht besonders schwerwiegend aus.

Versetzt man sich jedoch in die Haut eines Jägers, der einer Rotte Wildschweine auf der Spur ist, so wird schnell klar, an welcher Stelle sich für ihn das Problem lokalisiert: Die Rotte verschwindet in einem Maisfeld und ward nicht mehr gesehen. Schon nach wenigen Metern kann kein sinnvoller Schuss mehr abgegeben werden; das Schwarzwild entkommt unerkannt. Dabei ist die Bejagung des Schwarzwildes mittlerweile unerlässlich, weil sich die Tiere immer mehr vermehren. Noch gibt es sie zwar nur im nördlichen Gebiet des Kreises Pinneberg, es droht aber immer die Gefahr, dass sich die Populationen auch auf den südlichen Teil des Kreises ausdehnen. „Die Baumschulen zittern jetzt schon“, so Hans-Albrecht Herwicker, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Pinneberg. Denn Schutz vor Schwarzwild können nur spezielle Zäune bieten, die teuer sind und bis jetzt auch noch nicht vorhanden.

Es hat sich nun gezeigt, wie ein Zusammenspiel zwischen Jägern und Landwirten funktionieren kann, um das Problem der Schwarzwildbejagung im Mais zu entschärfen. Dies kann unter anderem durch sogenannte Jagdschneisen oder Blühstreifen geschehen. Diese Jagdschneisen oder Blühstreifen sorgen einerseits für eine Auflockerung des Landschaftsbildes, zum anderen tragen Blühstreifen vor allem an Gewässern und Knicks zum Gewässerschutz sowie zum Erhalt und der Verbesserung der Artenvielfalt bei. Eine Jagdschneise ist eine künstlich angelegte Schneise im Acker, die schon bei der Saat angelegt oder nachträglich hineingehäckselt wird. Diese Schneise wird nun in einem guten Zustand gehalten und bietet so dem Jäger die Möglichkeit, das Wild zu bejagen. Denn Schwarzwild sucht gerne Deckung im hohen Mais. Will es aber über die Jagdschneise wechseln, hat die Stunde des Jägers geschlagen, weil die Deckung der Tiere für einen Moment aufgehoben wird.

Die Fläche der Jagdschneis en ist EU-förderfähig, somit hat der Landwirt, abgesehen vom Ertragsausfall auf dieser Fläche, keinen Einkommensverlust. Die Schwarzkittel müssen sich nun warm anziehen.

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erstellt am 10.Aug.2012 | 19:35 Uhr

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