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Uetersener Nachrichten

24. Oktober 2017 | 01:17 Uhr

Bauernball : Landwirte tanzen die Probleme weg

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die Folgen chronischer Überlastung bei Landwirten war sein großes Thema. Nicht müde wurde der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes, der Tangstedter Lars Kuhlmann, auf die Gefahren des Burnout in seiner Berufsgruppe hinzuweisen. Nun ist er offenbar selber betroffen und hat die Reißleine gezogen: Nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit hat Kuhlmann bereits im September alle Ehrenämter niedergelegt.

shz.de von
erstellt am 16.Feb.2014 | 20:12 Uhr

Am Sonnabend hatte sein bereits im November gewählter Nachfolger, der Haselauer Obstbauer Georg Kleinwort, seinen ersten offiziellen Auftritt im neuen Amt während des traditionellen Bauernballes der Ortsbauernverbände Haselau und Haseldorf. Am Rande der Veranstaltung erhob er im UeNa-Gespräch schwere Vorwürfe insbesondere gegen die Politik von Landwirtschaftsminister Robert Habeck. Er warf dem Grünen-Politiker vor, durch zahllose neue Verordnungen die bürokratischen Hürden für die Landwirte in Schleswig-Holstein und damit auch die Gefahr, im Wettbewerb abgehängt zu werden, immer weiter zu erhöhen. Die Anwendung von Gentechnik im Maisanbau, die für die Landwirte zunehmend ungünstige Prämienverordnung, die Knickverordnung, Grünlandverordnung und Burnout – es sind große Themen, die auf den Vorsitzenden des Kreisbauernverbandes und seine Vorstandskollegen warten.

Kleinwort rechnet mit einem langen Weg und schwierigen Verhandlungen, sollen Verbesserungen für die ganze Branche erzielt werden. „Was uns vor allem zu schaffen macht, ist die Bürokratie. 40 Prozent unserer Zeit verlieren wir inzwischen im Büro.“ Auf Hilfe aus dem schleswig-holsteinischen Landwirtschaftsministerium hofft er nicht mehr. „Wir müssen uns an den Ministerpräsidenten wenden, alles andere hat keinen Sinn“, so Kleinwort. Seinen Branchenkollegen gab er mit auf den Weg, die Öffentlichkeit zu suchen, die Arbeit auf ihren Höfen transparent zu gestalten, um in Zukunft Negativ-Schlagzeilen zu verhindern. Und er wünscht sich, dass sie den Kreisbauernverband fordern, sich mit ihren Sorgen und Anliegen an die Interessenvertretung wenden. „Wir sind gut aufgestellt, haben ein tolles Team.“

Ausdrücklich bedankte sich Kleinwort bei Kuhlmann für die gute geleistete Arbeit. „Wir respektieren und akzeptieren seine Entscheidung“, sagte Kleinwort. Unterdessen wurde auf dem Saal im Haseldorfer Hof gefeiert, mit Livemusik von der Ralf Dreeßen Band, in tollen Ballroben und bis tief in die Nacht.

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