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Infos und Bauernball : Landwirte brauchen Unterstützung

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Der Strukturwandel in der Landwirtschaft sowie die Politik der Landesregierung sind die beiden bestimmenden Themen während des Informationsabends im Jägerkrug, der traditionell dem Bauernball vorgeschaltet ist.

shz.de von
erstellt am 22.Feb.2015 | 19:17 Uhr

Doch der Vorsitzende der Kreisbauernschaft, Georg Kleinwort, hob in seinem Beitrag erst einmal deren Bedeutung hervor. Denn der Termin, der von den beiden Ortsbauernverbänden Haselau und Haseldorf organisiert wird, ist neben dem Ernteball in Heede die festliche Großveranstaltung im Landkreis für Bauern.

Der Chef der Kreisbauernschaft blickte auf eine „ganz ganz tolle Ernte“ zurück. Die Preise seien jedoch „nicht ganz so goldig“ gewesen. Die Landwirtschaft steht vor neuen Herausforderungen. In seinen Anfängen als Obstbauern in Wedel habe es noch 25 Kollegen gegeben. Heute gebe es noch einen.

Und die Entwicklung geht weiter. Er kenne drei Milchbauern im Kreis, so Kleinwort, die derzeit den Sprung von 100 auf 200 bis 250 Milchkühe nicht wagten und aufgeben wollen. Es geht um Millionen-Investitionen“, erklärte Kleinwort. Für ihn werden schon bald 500 Kühe Standards sein. Er richtete den Appell an die Kommunalpolitiker, die Landwirte auf diesem Weg zu unterstützen.

Der Haselauer kritisierte die Flut immer neuer Gesetze, Verordnungen und Richtlinien, mit denen sein Berufsstand umgehen muss. Ihm komme das vor „wie ein Trichter auf dem Kopf und es prasselt alles auf den Landwirt ein“.

Das von Umweltminister Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen) vorgelegte neue Naturschutzgesetz nahm sich der Haselauer Bürgermeister Rolf Herrmann (CDU) vor und skizzierte die Auswirkungen auf das Marschdorf. So gibt es zukünftig ein Vorkaufsrecht des Landes für Flächen an Naturschutz- und Natura 2000-Gebieten.

Dies kann auch durch Dritte, etwa dem Nabu oder der Stiftung Naturschutz wahrgenommen werden. Für in landwirtschaftlicher Nutzung befindliche Flächen im „Pinnautrichter“ würde dies bedeuten, „dass es keinen freien Markt mehr gibt“, so der Bürgermeister.

Herrmann nahm auch Stellung zum Urteil des Oberverwaltungsgerichts, mit der die Windparkplanungen des Landes gekippt wurde. „Jetzt gilt wieder das Baurecht mit seinen Abstandsregeln“, so der studierte Ingenieur. Auch in Haselau gab es Bestrebungen Flächen ausweisen, was daran scheiterte, dass sie sich im Landschaftsschutzgebiet befinden. „Wer die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Pinneberg kennt, der weiß, dass ihm kein Glück blüht, wenn er dort etwa einen Bürgerwindpark ausweisen wollte“, so Herrmann.

Konfrontation zwischen Öko- und konventioneller Landwirtschaft

Die CDU-Landtagsabgeordnete Barbara Ostmeier nahm sich ebenfalls den Entwurf des neuen Landesnaturschutzgesetzes vor. Die Konfrontation zwischen Öko- und konventioneller Landwirtschaft werde von der Landesregierung geschürt, dabei seien dass für sie „zwei Seiten der gleichen Medaille“. Die Parlamentarierin versprach: „Wir sind an Ihrer Seite.“ Der Haseldorfer Bürgermeister Uwe Schölermann wünschte sich von seiner Parteifreundin, dass sie den Umweltminister „auf Spur bringt“. Und Oberdeichgraf Udo Prinz von Schoenaich-Carolath-Schilden wies auf die Ergebnisse der jüngsten Begehungen an der Elbe hin: „Den Deichen geht’s gut.“

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