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Ausgelaufen : Landrat löst Beirat für Naturschutz auf

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Landrat Oliver Stolz hat vor einigen Tagen den seit 1973 bestehenden Beirat für Naturschutz aufgelöst. Damit folgte er einer Empfehlung des Landesrechnungshofes, der angeregt hatte, angesichts der problematischen Finanzlage des Kreises alle freiwilligen Leistungen kritisch zu überprüfen. Die Entscheidung stößt vor allem bei SPD und Bündnis 90/Die Grünen auf Unverständnis.

shz.de von
erstellt am 22.Mai.2013 | 19:33 Uhr

Möglich wurde die Auflösung, weil die Beiräte, deren Berufung Sache der Kreise ist, nicht mehr im Landesnaturschutzgesetz verankert sind: Vor knapp drei Jahren wurde aus der gesetzlichen Vorgabe eine Kann-Bestimmung. Zehn der elf Mitglieder, allesamt ehrenamtlich für den Kreis tätig, hat Stolz verabschiedet, lediglich Beiratsvorsitzender Hans-Albrecht Hewicker bleibt als Naturschutzbeauftragter weiter im Amt.

Er bekommt eine Aufwandsentschädigung von 1500 Euro pro Jahr. Ersparnis: zwischen 750 und 1000 Euro. Aufgabe der Beiräte war die Unterstützung, Beratung und Begleitung der Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises. Die Beiratsmitglieder sollten das Wissen der Verwaltungsmitarbeiter um ökologische Zusammenhänge ergänzen.

Die Zusammensetzung des Gremiums dürfte die Arbeit nicht immer ganz leicht gemacht haben. Wissenschaftler und Ökologen wie der Elmshorner Professor Rudolf Abraham, der Appener Hans Ewers und die Quickbornerin Gisela Oden-Behrendt trafen auf Baumschuler, Jäger wie Hans-Albrecht Hewicker und Hans Hackländer oder Heinrich Schröder vom Bauernverband. Und so wurde in der Vergangenheit häufiger kritisiert, der Beirat verliere sich in Diskussionen über Themen, die nicht in die Kompetenzen der Umweltfachleute fallen. Dennoch ist das Bedauern groß bei SPD und Bündnis 90/Die Grünen. Sie sehen in der Entscheidung eine weitere Degradierung des Naturschutzes in der Politik. „Umfangreiche Fachkenntnisse und Erfahrungen“ der Beiratsmitglieder stünden ab sofort nicht mehr zur Verfügung, heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung. Beide Fraktionen waren während der letzten Umweltausschusssitzung vor der Wahl mit ihrem Antrag gescheitert, den Beirat durch eine konzeptionelle Neustrukturierung zu erhalten.

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