zur Navigation springen
Uetersener Nachrichten

23. Oktober 2017 | 07:15 Uhr

Neuregelung : Lärmschutz für Wedel

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Bald dürfte es ruhiger werden, für Anwohner im Bereich Mühlenstraße und Rolandstraße, denn in Wedel plant man eine beidseitige Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h in den Nachtstunden.

shz.de von
erstellt am 09.Dez.2013 | 21:23 Uhr

Zwar gibt es bereits eine derartige Geschwindigkeitsbeschränkung, aber diese gilt zum einen nur in eine Richtung und zum anderen auch nur auf einem sehr kurzen Teilstück in Richtung Osten, zwischen Heringsgang und Mühlenteich, eben dort, wo es relativ stark bergab geht und zwei mehr oder weniger scharfe Kurven durch die enge Häuserschlucht führen. Diese Regelung wurde eingeführt, nachdem im Sommer 1987 im hessischen Herborn ein Tanklaster nach Versagen der Bremsanlage ungebremst in die Innenstadt raste, wo er umkippte. Kurz nach dem Unfall explodierte der Tanklaster; ein Großbrand war die Folge bei dem sechs Menschen starben und 38 verletzt wurden. Zwölf Häuser brannten ab und 44 Menschen verloren ihre Wohnungen. Um ein solches Szenario zu verhindern, führte die Stadt Wedel damals die Bergab-Regelung ein, die seitdem Bestand hat. Grund für die Ausweitung der 30-Zone, die dann auch in beide Richtungen gelten wird, ist in diesem Falle aber nicht die Unfallverhütung, sondern eine Richtlinie der Europäischen Union mit der Nummer 2002/49/EG. Deren Ziel ist festzustellen, wer von wie viel Lärm betroffen ist. Diese Messungen haben nun ergeben, dass es in besagtem Bereich zu laut ist; von einer Beschränkung der Geschwindigkeit auf 30 km/h zwischen 22 und 6 Uhr erhofft man sich in Wedel eine Eindämmung jener Lärmbelastung. Möglich wurde dies überhaupt nur durch eine in diesem Jahr wirksam gewordene Änderung der Straßenverkehrsordnung (StVO), nach der die Kommunen Tempobeschränkungen auch auf Bundesstraßen selbst anordnen können. Zwar könne die Landesregierung widersprechen, man überlasse es im konkreten Falle aber der Stadt Wedel, ob eine solche Regelung sinnvoll sei oder nicht, ließ der schleswig-holsteinische Verkehrsminister Reinhard Meyer wissen. „Ich halte es aber auch persönlich für vernünftig, in diesem eng bebauten Bereich gerade nachts eine lärmreduzierende und der Verkehrssicherheit dienende Regelung einzuführen“, so Meyer in Wedel. Die Regel soll im Frühjahr 2014 in Kraft treten.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert