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Lärmprobleme, Auswirkungen, Strategien : Lärmaktionsplan liegt öffentlich aus

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Der Umweltausschuss hatte im August 2008 einen so genannten Lärmminderungsplan beschlossen, ihn an das Landesministerium weitergeleitet und somit die erste Stufe der EU-Umgebungslärmrichtlinie erfüllt. In zweiter Stufe war ein Lärmaktionsplan zu entwickeln. Auf Wunsch der Tornescher Umweltpolitiker wurde dabei nicht nur die an Tornesch vorbeiführende Autobahn A23 auf ihre Lärmauswirkung untersucht, sondern auch die gesamte Ahrenloher Straße (L110).

shz.de von
erstellt am 20.Aug.2013 | 19:22 Uhr

Beauftragt mit der Erstellung eines Lärmaktionsplanes wurde das Hamburger Unternehmen Lärmkontor. Die in dem Entwurf für einen Lärmaktionsplan zusammengefassten Messungen zur Lärmbelastung an den Straßen mit einem Verkehrsaufkommen von mehr als 3 Millionen Fahrzeugen im Jahr sowie der Lärmbelastung durch Züge auf der an Tornesch vorbeiführenden Bahnstrecke wurden nun in der ersten Sitzung des Umweltausschusses der neuen Legislaturperiode vorgestellt.

Diplom-Ingenieur Mirco Bachmeier von Lärmkontor erläuterte die Tabellen und fasste zusammen: Durch den kartierten Straßenverkehrslärm an der A23 und der L110 sind etwa 90 Personen (6,5 Prozent der Tornescher Einwohner) mit über 55 dB (A) LDEN betroffen. Von hohen Belastungen mit potenziell gesundheitsgefährdender Wirkung über 65 dB(A) LDEN oder 55 dB (A)LNight sind 30 bis 30 Personen (2 bis 3,4 Prozent der Tornescher Bevölkerung) betroffen. Sehr hohen Belastungen mit LDEN über 70 dB(A) und LNight über 60 dB(A) seien keine Bewohner ausgesetzt. „Die Zahl der von Umgebungslärm durch die A23 oder L110 betroffenen Menschen ist bezogen auf die Gesamteinwohnerzahl von Tornesch und die Höhe der Belastung als niedrig zu bewerten“, heißt es in dem Entwurf für den Lärmaktionsplan.

Was den Schienenlärm betrifft, stellt sich die Situation anders dar. Nach den Erhebungen sind im Stadtgebiet 1330 Menschen (mehr als 10 Prozent der Tornescher) von Schienenlärm betroffen. Hohe Belastungen mit potenziell gesundheitsgefährdender Wirkung über 65 dB(A)LDEN seien 270 Personen und über 55 dB (A)LNight 460 Personen ausgesetzt.

Zudem seien 110 Personen im Zeitraum LDEN mit über 70 dB(A) und 220 Personen im Nachtzeitraum mit über 60 dB (A)LNight hohen Lärmbelastungen ausgesetzt. „Sowohl die Anzahl der durch Schienenlärm belasteten Menschen, als auch die Höhe der Belastungen ist als hoch einzustufen“, so die Zusammenfassung im Lärmaktionsplan.

Der Entwurf des Lärmaktionsplanes wird bis zum 19. September im Rathaus zur öffentlichen Einsicht und für Anregungen ausliegen. Bis Ende Oktober muss der Plan beim Landesministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume vorliegen. Die Umweltpolitiker folgten dem Vorschlag des SPD-Ratsherrn Manfred Fäcke, dass bei der Fortschreibung des Lärmaktionsplanes in fünf Jahren die L107 (Friedrichstraße/Esinger Straße/Pinneberger Straße) in die Untersuchung der Lärmbelastung einbezogen wird.

Vorschläge zur Lärmreduzierung

Vorgeschlagen werden zur Lärmminderung im Straßenverkehr der Einbau von lärmminderndem Asphalt, die Senkung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit, der Bau oder die Erhöhung von Schallschutzwänden und -wällen oder auch der Einbau von Schallschutzfenstern, was allerdings nur den Lärm im Innenwohnbereich reduziert. Auch die Förderung des ÖPNV sowie des Rad- und Fußverkehrs werden als lärmmindernde Maßnahmen genannt.

Was die Reduzierung des Lärms durch Schienenverkehr betrifft, so ist der Abschnitt von Kilometer 21,6 bis 24,2 (Goldener Stern bis Koppeldamm) im Lärmsanierungsprogramm des Bundes. Zwischen 2015 und 2016 sollen Lärmschutzmaßnahmen erfolgen. Mirco Bachmeier von Lärmkontor empfahl den Tornescher Politikern und der Verwaltung in diesem Zusammenhang, bei der Deutschen Bahn AG einzufordern, dass bei den Lärmschutzmaßnahmen der Bahn die im April durch den Bundestag beschlossene Abschaffung des Schienenbonus zum Tragen kommt. „Durch die Neuregelung und deren Einforderung könnte sich für Tornesch ein umfangreicherer Lärmschutz ergeben“, so der Experte.

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