IG Südtangente : Kurzfristiger Ausbau?

3233790_800x591_4e6a6c6b161bd.jpg

Bezugnehmend auf die Berichterstattung, dass Landrat Oliver Stolz bei Landesverkehrsminister Jost de Jager (CDU) den sofortigen Ausbau des zweiten Teilabschnittes der K22 (Große Twiete/Wischmöhlenweg) gefordert und auf den „eigenen Verkehrswert“ dieser Strecke hingewiesen hat, machen die Sprecher der Interessengemeinschaft Südtangente Tornesch-Esingen Jürgen Körner und Michael Krüger deutlich: „Es wird der Eindruck erweckt, dass ein Bau der K22 kurzfristig möglich ist, wenn nur das Land mitspielt. Doch so einfach wäre die Sache denn doch nicht.“

shz.de von
09. September 2011, 21:41 Uhr

Erstens, so erinnern die Sprecher der Interessengemeinschaft, läuft das Planfeststellungsverfahren noch und zudem wurde in den zuständigen Behörden Personal vom K22-Genehmigungsverfahren für die A20-Planung abgezogen.

„Eine mögliche Baugenehmigung für die K22 wird nicht vor Ende 2012 erwartet. Sofern aber die Teilstrecke der K22 Uetersen bis Tornesch vor Erteilung der Baugenehmigung ausgebaut werden soll, bedarf es einer ganz besonderen rechtlichen Genehmigung, der sogenannten vorgezogenen Besitzeinweisung. Diese Eilentscheidung wird aber grundsätzlich nur dann erteilt, wenn für den vorzeitigen Ausbau schwerwiegende Gründe vorliegen“, so Jürgen Körner und Michael Krüger. Und sie fragen: „Ist das bei der K22 der Fall?“ Sie verweisen darauf, dass der Kreis seit mehr als 30 Jahren an der K22 „rumplane“, damit nicht „zu Potte“ komme und erforderliche Instandhaltungsmaßnahmen vom Kreis und den Städten Tornesch und Uetersen nicht oder nur unerheblich (bis auf Unterhaltungsarbeiten an der Großen Twiete) erfolgt sind.

Als zweiten Grund, warum ihrer Ansicht nach mit einem kurzfristigen Ausbau der K22 nicht zu rechnen ist, führen Körner und Krüger an, dass der Kreis außer einer Absichtserklärung bislang keine Haushaltsmittel verbindlich für den Ausbau der K22 bereitgestellt habe. Und drittens erinnern sie daran, dass ein für den Ausbau der K22 erforderliches Grundstück am Wisch-möhlenweg sich nicht im Eigentum des Kreises befindet. Der Grundeigentümer sei ein Mitglied der Interessengemeinschaft und werde es nicht für den Bau der K22 zur Verfügung stellen. „Sofern der Kreis eine vorgezogene Besitzeinweisung beantragen sollte, werden wir rechtliche Schritte prüfen“, kündigen die Sprecher der IG Südtangente Tornesch-Esingen an. Sie bezweifeln, dass eine „Eilbedürftigkeit“ und die Erteilung einer vorgezogenen Besitzeinweisung rechtlich durchzusetzen sind. „Wir betonen nochmals, wir sind nicht gegen eine K22, aber gegen eine K22 mit einer Trassenführung mitten durch Esingen“, so die IG-Sprecher.

Sie plädieren für eine Umgehungsstraße um Tornesch.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert