zur Navigation springen
Uetersener Nachrichten

18. August 2017 | 13:06 Uhr

Musikfestival : Kunstlieder in Vollendung

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Christiane Karg ist eine Sängerin, die sich nicht verbiegen lässt von überhöhten Ansprüchen – und genau das schätzte das Publikum bei ihrem Konzert im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festivals in der spätbarocken Rellinger Kirche. Authentisch, klar, ein schöner, warmer lyrischer Sopran – das mögen die Zuhörer in der norddeutschen Tiefebene, in der Bäume in akkuraten Reihen und Rosen zur Verschönerung gezüchtet werden.

Zusammen mit der kongenialen Pianistin Ulrike Prayer - die beiden Musikerinnen ergänzen sich wie der berühmte Pott und der dazugehörige Deckel – nahmen sie sich den vertonten Schicksalen zweier tragischer Frauengestalten an: Einmal der Geschichte der „Mignon“ aus Johann Wolfgang von Goethes „Wilhelm Meisters Lehrjahre“, die ganze Legionen von Komponisten vertont haben, und zum anderen der „Ophelia“ aus William Shakespeares „Hamlet“, dessen Aufführung in Goethes Roman eine sehr wichtige Rolle spielt. Im ersten Teil des Rellinger Programms erklangen die wesentlich strenger gefassten Lieder der deutschsprachigen Komponisten wie Hugo Wolf, Johannes Brahms, Richard Strauss und als letztes vor der Pause Camille Saint-Saëns, später Henri Duparc und Peter Tschaikwosky , melodiöser, weicher. Christiane Karg gelang es, nicht nur optisch zu entzücken, sondern auch ihre Zuhörer in die Welt der dramatischen Frauengestalten zu entrücken und das ganz ohne sphärische Übertreibungen und stimmliche Extravaganzen. Leider war ihre Moderation zwischen den unterschiedlichen Komponisten in den letzten Reihen der Kirche nur noch in Bruchstücken zu verstehen. Einige der begeistert entgegen genommenen Zugaben sang sie in russisch vom Blatt, die selten gehörte Kunstlied-Sprache gefiel hier ganz besonders.

Pianistin Ulrike Prayer, ebenso wie Christiane Karg im brombeerfarbenen langen Abendkleid, war die optimale Ergänzung an diesem Liederabend: Wunderbar unaufdringlich, aber eindringlich ihr Spiel am Flügel.

Insgesamt ein sicherlich lange nachwirkender Abend für Freunde der lyrischen Lieder.

zur Startseite

von
erstellt am 06.Aug.2015 | 19:45 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert