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Uetersener Nachrichten

22. August 2017 | 05:48 Uhr

Museum : Kultur wird an die Leine genommen

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Konsolidierung ist ein Begriff, der in der Rosenstadt auch im kommenden Jahr oft zu hören sein wird, gehört die Rosenstadt doch zu den Gemeinden im Land die kräftig sparen müssen und daher so manch’ unangenehme, finanzielle Kröte schlucken dürfen. Jeder Euro muss mehrfach umgedreht werden, bevor er ausgegeben werden darf. Die Ratsversammlung hat sich dem Druck aus Kiel gebeugt und einstimmigen Sparwillen zum Ausdruck gebracht. Betroffen ist davon auch der kulturelle Sektor. In jüngster Vergangenheit strahlte dieser Bereich ganz besonders hell. Vorbei waren die Zeiten, da Künstler Professor Erhard Göttlicher von „kulturellem Bermudadreieck“ sprechen konnte, als Synonym für Uetersen.

Ein Leuchtturm dabei spielt(e) das Museum Langes Tannen. Die kulturelle Arbeit, die dort geleistet wird, schätzt man nicht nur vor Ort. Weit über die Stadtgrenzen hinaus wird das Programm, werden die Ausstellungen und die Museumspädagogik geschätzt.

Dennoch fällt Jahr für Jahr ein hohes Defizit an. Auch die Museumsleiterin, Dr. Ute Harms, kann diese finanzielle Lücke nicht gänzlich schließen. Obwohl es ihr immer wieder gelingt, private Portemonnaies, wie zuletzt das der Fielmann-Stiftung, zu öffnen und „anzuzapfen“. In Zukunft werden die Begriffe Sponsoring und Mäzenatentum an Fahrt gewinnen, beziehungsweise gewinnen müssen, soll die Kultur in Uetersen weiterhin einen Sonderplatz einnehmen. Anderenfalls wird sich einiges tun: weniger Ausstellungen, kürzere Öffnungszeiten. Die politischen Beschlüsse, nach denen das Museum mit weniger Zuschüssen aus öffentlicher Hand auskommen muss, sind erfolgt.

Da trifft es sich gut, dass es neben der Fielmann-Stiftung, kulturell interessierte Geldinstitute und den Förderverein gibt, der den einen oder anderen Euro „zuschießen“ kann.

So wurde im Vorstand des Gremiums beschlossen, bis März die Gelder zu gewähren, die notwendig sind, um die bekannten Öffnungszeiten beizubehalten: mittwochs, sonnabends und sonntags jeweils von 10 bis 18 Uhr. Das ist genau der Zeitraum der ersten Ausstellung des Jahres.

Sie startet am 19. Januar. In der Museumsscheune werden dann 30 bis 40 großformatige Ölbilder der Prisdorfer Künstlerin Margret Lieser zu sehen sein: gemalte Gesellschaftskritik mit Humor unter dem Motto „Scharfblick und Hintersinn“. Margret Lieser ist Mitglied der Pinneberger Künstlergilde.

Weiter geht es im März mit einer Ausstellung, die mithilfe der Fielmann-Stiftung verwirklicht werden konnte. Es handelt sich um von Fielmann gestiftete Fotografien von Theodor Möller. Er gilt als bedeutendster Fotograf Schleswig-Holsteins. Die Fotos wurden dem Museum gerahmt übergeben.

Im Sommer folgt eine Ausstellung von Knud Plambeck. Der Hamburger Künstler baut in seinem Atelier in Ottensen kleine Boote aus Blech in ganz unterschiedlichen Formen, Farben und aus verschiedenen Materialien bestehend. Im Herbst schließt sich eine Ausstellung mit dem in Uetersen geborenen Künstler Henning Rethmeier an. Heute lebt der in Ostholstein beziehungsweise in Madrid. Rethmeier wird 2013 60 Jahre alt. Läuft alles so wie geplant, wird es, so Dr. Ute Harms, zum Jahresabschluss eine Kabinettausstellung geben, die im Herrenhaus gezeigt wird.

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erstellt am 27.Dez.2012 | 19:59 Uhr

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