LMG-Debatte : Krügel: Einen Neubau gibt’s nicht unter 35 Mio.

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Sommerlochdebatte oder ein Thema mit Tiefe und Ernst? Bei der Debatte um das Gymnasium scheiden sich die Geister. Seit Jahren schon. Auch hinsichtlich der jetzt aufkeimenden Frage, ob nicht besser neu gebaut werden sollte.

shz.de von
04. Juli 2012, 19:50 Uhr

Der Kreis Pinneberg hält sich bezüglich der Neubau-Idee von CDU-Ratsherr Andreas Stief zurück. Pressesprecher Marc Trampe nüchtern: „Wir sind weiterhin mit der Stadt in Verhandlungen. Es ist zulässig, dass Optionen geprüft werden, die wir jedoch nicht kommentieren. Wichtig ist, dass im Sinne der Schüler schnell Klarheit herrscht.“ Mehr wollte man sich seitens der Kreisverwaltung nicht entlocken lassen.

Doch in Uetersen formiert sich die Front so langsam, die zumindest prüfen lassen möchte, ob sich ein Neubau für die Stadt lohnt. Günther Wehner, Vorsitzender des Stadtentwicklungs- und Bauausschusses (SPD) ist der Ansicht, dass das LMG-Gebäude auch dann viel Geld koste, wenn man es geschenkt bekäme.

Ein neues Gebäude würde den Anforderungen, die heute gestellt werden, entsprechen. Es müsste behindertengerecht sein und hinsichtlich der energetischen Vorschriften auf dem aktuellen Stand. Man müsse alles bedenken, wenn man sich mit der Frage befasse, ob man ein altes Gebäude übernehmen solle.

Die Unterhaltskosten nur bei der Heizung könnten bei einem Neubau auf ein Drittel reduziert werden. Die SPD gehe davon aus, dass beim LMG-Gebäude zehn Millionen Euro sofort investiert werden müssten. Diese zehn Millionen Euro würden jedoch spätestens nach zehn Jahren Makulatur werden. Dann müsse erneut investiert werden. Dieses „Fass ohne Boden“ könne mit einem Neubau durchbrochen werden. Ein weiterer Aspekt spreche ebenfalls dafür, dass man den Neubau zumindest prüfen lassen müsse: Weil hinsichtlich der Investitions- und Unterhaltungskosten inzwischen alles spitz abgerechnet werden könne, würden Gemeinden, deren Schüler das Uetersener Gymnasium besuchten, in Zukunft sehr viel Geld bezahlen müssen. „Wir laufen dann Gefahr, dass die Gemeinden die Schüler auf andere Gymnasien des Kreises verteilen“, so Wehner. Dieser Abwanderungsgefahr könne man mit einem Neubau wohl begegnen. Rund 60 Prozent aller Gymnasiasten leben nicht in Uetersen.

„Aus meiner Sicht sollten wir den Antrag der CDU unterstützen.“ Wehner könnte sich auch vorstellen, nach den Sommerferien über ein gemeinsames Papier abstimmen zu lassen. Falls dann nachgewiesen werden könnte, dass ein Neubau für die Stadt kostengünstiger würde, dürfte auch die Kommunalaufsichtsbehörde in Elmshorn nichts dagegen haben, so Wehner, der natürlich weiß, dass die Kreis-Kontrolleure ihren Segen geben müssen. Der SPD-Mann ist sich auch ziemlich sicher, dass es für Neubauvorhaben Zuschüsse von Landes- und Bundesseite gibt, die umfangreicher sind als Dritt-Gelder für Sanierungsvorhaben.Roland Krügel, Tornescher Bürgermeister und Vorsitzender des Schulzweckverbands, hält die aktuelle Debatte hingegen für ein Kind des Sommerlochs. Für ihn steht weiterhin fest, dass das Gymnasium in seiner jetzigen Form sofort in den Schulzweckverband überführt werden muss. Man könne alles nachrüsten und fahre damit wesentlich billiger. Unter 35 Millionen Euro sei ein Neubau gar nicht zu realisieren. „Die Stadt ist pleite.

Ich weiß gar nicht, wie so etwas finanziert werden kann. Wenn Uetersen ein Problem hat, dann sollten sie zu uns kommen.“ Auch die von Uetersen verlangte Parität in den Gremien des Schulzweckverbands nach einer Übertragung des Gymnasiums könne Thema der Diskussion sein.

Die unklare Lage ist für Krügel nicht länger hinnehmbar. Er möchte zudem sehr kurzfristig erfahren, was mit den Schulkostenbeiträgen geschieht, die „seine“ Stadt zahle und die Uetersen zahlen müsste.

Inwieweit kommen die direkt bei den Schülerinnen und Schülern / der Schule an, das möchte Krügel in Erfahrung bringen.

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