Haushalt : Kritik an Sparplänen für 2015

Ungewöhnlich scharf haben führende Vertreter des Kreisjugendringes Pinneberg (KJR) den Plan von Bündnis 90/Die Grünen, SPD und FDP kritisiert, ab dem kommenden Jahr die Förderung für die Bildungsinitiative „Haus der kleinen Forscher“ (siehe Hintergrund) einzustellen. In der vergangenen Woche hatten die drei Parteien ihren Haushaltsentwurf der Öffentlichkeit vorgestellt und dabei mitgeteilt, dass sie den Antrag der CDU auf Zuschüsse in Höhe von 40000 Euro nicht mittragen werden.

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08. Dezember 2014, 21:59 Uhr

Vorsitzender Andreas Dirbach und Geschäftsführer Ingo Waschkau reagierten gestern „mit Entsetzen und großer Sorge“ auf die Ankündigung. „Hier wird ein Überschuss-Haushalt auf Kosten der Kita-Kinder im Kreis Pinneberg präsentiert, denen damit die Chance genommen wird, sich in den naturwissenschaftlichen Fächern weiterzubilden“, sagte Dirbach.

FDP-Fraktionschef Klaus G. Bremer hatte zur Begründung angeführt, das Projekt richte sich an die Grundschulen im Kreis Pinneberg, für deren Finanzierung das Land zuständig sei. Die Teilnehmerzahlen, so der Kreisjugendring, würden dieser Aussage widersprechen. Aktuell beteiligen sich 95 Kindertagesstätten, aber nur drei Grundschulen im Kreis an dem Projekt. Ziel der Bundesregierung ist es, bis zum kommenden Jahr 80 Prozent aller Kindertagesstätten in das „Haus der kleinen Forscher“ einzubinden. „Der Kreis Pinneberg liegt durch die Arbeit des Kreisjugendringes bei 60 Prozent“, sagte Andreas Dirbach. Damit sei Pinneberg der aktivste Kreis in Schleswig-Holstein und nehme eine Vorreiterrolle ein. Dirbach und Waschkau erinnerten die Parteien an ihre Aussagen, wonach frühkindliche Bildung die Voraussetzung für eine chancengerechte Gesellschaft sei (Grüne), gute Bildung und Ausbildung wesentlicher Bestandteile und Grundlagen für die Entwicklung junger Menschen sind (SPD) und Bildung im Kindergarten beginne (FDP).

Sie haben sich jetzt mit einem Schreiben an alle Kreistagsabgeordneten gewandt und bitten darum, die Förderung aufrecht zu halten. Der Haushalt in der von Grünen, SPD und FDP vorgelegten Form soll am 17. Dezember verabschiedet werden. Das Bündnis verfügt im Kreistag über die Mehrheit der Stimmen (26 von 48 Sitzen).

Hintergrund

Das „Haus der kleinen Forscher“ gilt als größte frühkindliche Bildungsinitiative Deutschlands. Die gleichnamige gemeinnützige Stiftung, 2006 gegründet, erarbeitet die Materialien für die pädagogische Arbeit in Kindergärten und Grundschulen und unterstützt Erzieher und Lehrer dabei, den Forschergeist von Jungen und Mädchen qualifiziert zu begleiten.

Im Mittelpunkt der Arbeit stehen unter anderem Themen wie Wasser, Luft, Magnetismus, Licht, Akustik, Strom und Energie, also die Naturwissenschaften. Im Sinne der Effektivität arbeitet die Stiftung bundesweit mit 234 Netzwerken aus Kommunen, Museen, Ministerien, Kita-Trägern, Unternehmen und Vereinen zusammen.

Im Kreis Pinneberg beteiligen sich aktuell von den 159 Kindertagesstätten 95, außerdem drei Grundschulen mit insgesamt 315 Pädagogen.

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