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Uetersener Nachrichten

15. Dezember 2017 | 11:46 Uhr

Sprechstunde : Kritik an Polizei-Entscheidung

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Kritik erntet die Polizei aus der Marsch-Politik für ihre Entscheidung, ihre monatliche Sprechstunde im Bürgerbüro Haseldorfer Marsch einzustellen. „Wir sollten das nicht so still und heimlich hinnehmen“, steht für den amtierenden Amtsvorsteher Boris Steuer (SPD) fest. Er möchte das Gespräch mit der Polizei suchen. Es müssten neue Wege gefunden werden, so der Haseldorfer. Persönlich finde er es schade, das die Sprechstunde gekippt wurde.

shz.de von
erstellt am 13.Nov.2014 | 18:22 Uhr

Mit dem Termin sollte ein Ausgleich zum Wegfall der Ein-Man-Stelle in Haseldorf geschaffen werden. „Dorfsheriff“ Michael Beutel war im Sommer in den Ruhestand gegangen. Anfangs hieß es, dass zwei Beamte aus der ebenfalls aufgelösten Station in Moorrege in Haseldorf Ansprechpartner sein sollten. Die Beiden kennen sich aus ihrem jahrzehntelangen Dienst auch gut in der Marsch aus. Tatsächlich übernahm ein Uetersener Beamter die Aufgabe.

Der hatte im Sommer noch verkündet, es sei kein Problem, wenn die eine oder andere Sprechstunde ruhig verlaufe. Er bringe sich einfach Arbeit mit. Mit einer Pressemitteilung hatte die Polizeidirektion Bad Segeberg Anfang November das Aus verkündet (lesen Sie dazu den unten stehenden Artikel).

Steuer verweist auf mehrere Einbrüche in den vergangenen Monaten in der Haseldorfer Marsch. Als es den „Dorfsheriff“ noch gab, sei es ruhig gewesen. „Als Bürger macht man sich da schon seine Gedanken“, sagt er, erklärt aber auch: „Es muss nicht zusammen hängen.“

Gerade im Bereich der Präventionsarbeit bestehe angesichts der Einbrüche Handlungsmöglichkeiten. Der amtierende Amtsvorsteher sieht jedenfalls Gesprächsbedarf. „Es ist einfach schlecht, das wir unseren Polizisten nicht mehr haben“, steht für Steuer grundsätzlich fest.

Nicht überraschend kommt für den ersten stellvertretenden Hetlinger Bürgermeister, Michael Rahn (FW), die Entscheidung. „Das war doch klar“, sagt er. Denn der Dorfpolizist lebe nicht von einer Sprechstunde, sondern vom Wissen um die Stärken und Schwächen der Mitbürger.

„Er kennt die Menschen und sie kennen ihn“, argumentiert der Hetlinger. Das könne kein Beamter aus der Stadt in welcher Uniform auch immer ausgleichen.

Die Begründung

Mit dieser Pressemiteilung ist das Aus verkündet worden: „Die Polizeisprechstunde im Bürgerbüro Haseldorf (Zweigstelle der Stadt Uetersen) wird es in Zukunft nur noch nach Vorabsprache mit der Polizeistation Uetersen geben.

Nach der Schließung der Polizeistation Haseldorf zum 1.8.2014 hatte die Polizeistation Uetersen testweise im Bürgerbüro eine verlässliche, stundenweise Polizeisprechstunde eingerichtet, um Bürgerbegehren aus Haseldorf und Haselau womöglich besser kompensieren zu können. Diese Serviceleistung wurde aber kaum genutzt. Dies zeigen aktuelle Auslastungserhebungen. Dieses Angebot wird daher zum 30. November eingestellt. Einsätze und Präventivstreifen in Haseldorf werden seit dem 1. August von der Polizeistation Uetersen wahrgenommen.

Die Bürger Haseldorfs und Haselaus mögen sich mit ihren Anliegen an die Polizeistation Uetersen, Telefonnummer 04122-7053-0, wenden. Im Einzelfall kann dann gern darüber entschieden werden, ob das Bürgerbüro für das weitergehende Gespräch oder die Anzeigenaufnahme genutzt wird.

In dringenden Fällen, wenn also Eile geboten ist, sollte wie auch anderenorts immer der Polizeiruf 110 gewählt werden. Die Polizei wird in Kürze vor Ort sein!“

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