Postzusteller-freundliche Gemeinde : Kritik an Initiative der Freien Wähler

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Die Freie Wählergemeinschaft will Haselau zur „Postzusteller-freundlichen Gemeinde“ machen. Während einer Mitgliederversammlung im Sommer war die Aktion besprochen und beschlossen worden (die UeNa berichteten). Mit einem an alle Haushalte verteilten Flyer wirbt die FWH nun dafür, die Briefkästen näher an die Straße zu stellen (mehr lesen Sie dazu im untenstehenden Kasten).

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05. November 2012, 21:12 Uhr

Doch nicht alle Haselauer sehen den Sinn in dieser Aktion. „Das ist völliger Blödsinn“, steht für Dieter Günther fest. Denn der Pensionär, der sich seit mehreren Jahrzehnten für die CDU kommunalpolitisch engagiert, hat das Gespräch mit seinem Zusteller gesucht. Und der Postmann habe dieses Urteil über die Aktion der FWH gefällt, so Günther. Nach seiner Auskunft sollen sich die Zusteller über die Idee der Freien unterhalten haben. Im Kollegenkreis sei man zu der Meinung gekommen, dass die Haselauer die Finger davon lassen sollten, berichtet Günther vom Gespräch mit dem Postmitarbeiter. Wenn die Briefkästen näher an der Straße aufgestellt werden, könnten die Zusteller zwar Zeit einsparen. Die Post AG würde allerdings diesen Rationalisierungseffekt nutzen wollen und ihnen zusätzliche Straßen zuweisen, sind sich die Angestellten sicher. Ihr Zustellbezirk werde größer. Die vermeindliche Verbesserung würde also ins Gegenteil umgekehrt. Der Postmann stellte sich im Gespräch mit dem Haselauer dem Eindruck entgegen, sie seien überlastet. Äußerst selten komme es vor, dass Kollegen ihr Pensum nicht schaffen würden.

Der Christdemokrat nahm dem Postmann diese Darstellung nicht nur ab, sondenr kann sie aus eigener Ansicht auch bestätigen. Günther erklärt, er bekommt ohne Zeitverzögerungen seine Briefe.

Er bittet den Austräger zudem immer mal, einen Brief für ihn mitzunehmen. Das funktioniere aber nicht, wenn der Briefkasten an der Straße stehe, erklärt Günther. Seine Schlussfolgerung: Er wird der Aufforderung der FWH nicht folgen und den Kasten weiter an seinem Platz an der Haustür belassen. Der Haselauer sieht den Grund für die Initiative in einem anderen Bereich. „Wir werden im nächsten Jahr wieder zur Wahl gebeten“, sagt er mit Blick auf die Kommunalwahl am 26. Mai 2013. „Da ist es wichtig, rechtzeitig auf sich aufmerksam zu machen.“

Wenn der Briefkasten wieder einmal leer bleibtDie Freien Wähler in Haselau beobachten immer wieder, dass nicht nur der eigene Briefkasten leer bleibt, sondern auch der der Nachbarn in der Straße. Da kam bei ihnen der Verdacht auf, der Briefträger war mal wieder überlastet und konnte nicht in seinem gesamten Bezirk austragen. Michael von Malottki und Günther Küchler von der FWH wurde dies von einem Postboten in einem vertraulichen Gespräch bestätigt.

Die Gruppierung will mit einem Flyer an die Bürger appellieren, die Briefkästen direkt am Eingang zu ihrem Grundstück aufzustellen. Dann kann der Postmann die Briefe schneller los- werden und mehr Haushalte erreichen. Denn bei der Verteilung ihres Mitteilungsblattes „FWHaktuell“ machen die Mitglieder immer wieder die Erfahrung, dass die Briefkästen manchmal schwer zu finden sind oder so auf dem Grundstück aufgestellt wurden, dass der Bote lange Wege zurücklegen muss.

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