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Uetersener Nachrichten

22. Oktober 2017 | 03:28 Uhr

Kunstgriff : Kreistag legt K22 bis 2017 auf Eis

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die einen werden jubeln, die anderen verärgert mit den Zähnen knirschen: Der Kreis wird im kommenden Jahr mehr Geld als geplant für den Sportstättenbau ausgeben und sich dafür auch der Mittel zum Ausbau der Kreisstraße 22 bedienen. So steht es in einem Antrag von SPD, FDP und Grünen, der jetzt im Kreistag die erforderliche Mehrheit bekam. Die Bauabschnitte 2 und 3 zur Fertigstellung der K22 werden damit voraussichtlich um einige Jahre verschoben.

shz.de von
erstellt am 17.Dez.2013 | 21:48 Uhr

Die Pläne zum Ausbau der K22 sind inzwischen mehrere Jahrzehnte alt. So weit wie jetzt war der Kreis noch nie, bereits im kommenden Jahr sollte mit dem zweiten Bauabschnitt (Strecke zwischen Tornesch und Uetersen) begonnen werden. Nun verzögert sich das Langzeitprojekt erneut.

Der Kreistag entschied, 2014 weniger Geld in Verkehrsinfrastrukturprojekte zu stecken, dafür den Bau einer Zweifeld-Sporthalle durch den Elmshorner MTV außerplanmäßig mit 700000 Euro zu fördern. Die Mittel stammen unter anderem aus der Rücklage für den Ausbau der K22, zu dem sich der Kreis in einem Vertrag mit den Städten Uetersen und Tornesch aus den 1980er Jahren verpflichtet hat.

Damit wird der Planfeststellungsbescheid aus Kiel, mit dem spätestens Ende des Jahres gerechnet wird, vorläufig ohne Konsequenzen bleiben. Die Fortsetzung des K22-Ausbaus wird wohl frühestens bei den Beratungen zum Doppelhaushalt 2017/18 wieder auf der Agenda stehen. Für den CDU-Abgeordneten Thorben Langhinrichs unbefriedigend und ein falsches Signal: „Die K22 ist noch nicht tot, aber das Grab ist schon geschaufelt. Wenn wir das Projekt nicht wollen, dann müssen wir es offiziell einstampfen. Aber wir können es nicht immer weiter in die Zukunft verschieben“, sagte er.

Auch Sven Lange (Piraten/Die Linke) konnte die Euphorie von SPD, FDP und Grünen angesichts des Abstimmungserfolgs nicht nachvollziehen. „Man kann gegen die K22 sein, keine Frage. Aber es kann nicht angehen, dass so ein Projekt mal eben kurzerhand beerdigt wird. Da müssen auch die Bürger beteiligt werden.“ Gewinner der Debatte sind die Mitglieder des Elmshorner MTV. Sie dürfen sich damit früher als ursprünglich geplant über den Bau einer neuen Halle freuen. Es ist neben dem Bau neuer Fußballplätze samt Hochbauten des FC Union Tornesch und einem neuen Bootshaus des Ruderclubs Elmshorn eines von drei anstehenden großen Sportprojekten mit einem Gesamtvolumen von etwa acht Millionen Euro. Bislang standen die Maßnahmen auf einer Prioritätenliste des Kreises nicht auf den ersten zehn Plätzen, rücken nun aber nach vorne und fallen gleichzeitig aus der Sportstättenförderung heraus. Grund: Die Sportstättenförderung wurde im Rahmen der Haushaltskonsolidierung des Kreises gedeckelt. Mehr als 300000 Euro dürfen pro Jahr nicht investiert werden. Der Kreis schafft nun einen neuen Haushaltsposten, gespeist aus Straßenbaumitteln, um in 2014 den Bau der EMTV-Halle und in den Haushaltsjahren 2015/2016 schließlich das Bootshaus und die Fußballplätze bezuschussen zu können.

Die CDU-Abgeordnete Kerstin Seyfert sieht dieses Verfahren kritisch, sprach von einer Bevorzugung dreier Projekte und warnte davor, einen Präzedenzfall zu schaffen. „Hier wird mal eben so ganz nebenbei ein neuer Topf aufgemacht und damit eine Mehrbelastung für den Haushalt geschaffen“, sagte sie.

Gerne wäre die Union einen anderen Weg gegangen, um die neue Elmshorner Sporthalle auf den Weg zu bringen. Demnach wären dem EMTV im kommenden Jahr die verbleibenden 55000 Euro aus der Sportförderung zur Verfügung gestellt worden, um zumindest in die Planungen einsteigen zu können.

„Damit hätten wir die Maßnahme begonnen, und sie wäre auf der Prioritätenliste automatisch auf einen vorderen Platz gerückt“, sagte Kerstin Seyfert. Ab 2015 hätte der EMTV dann Geld aus der Sportförderung bekommen, „ohne dass wir eine neue Haushaltsstelle schaffen müssen“, so die CDU-Abgeordnete.

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